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09-04-08
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Marktkommentar: Wie lange wird die US-Kredit- und Finanzmarktkrise dauern?
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"Die Kreditkrise dauert länger als angenommen, ein rasches Ende sind somit wunschvolle Gedanken". So oder ähnlich lautet der allgemeine Tenor, wenn es um die Frage der
zeitlichen Dimension der aktuellen Finanzmarktkrise geht. In der Tat ist es einleuchtend, dass der Angebotsüberhang am US-Immobilienmarkt nicht von heute auf morgen
verschwinden und somit sich die Preise eine gewisse Zeit nicht rasant nach oben bewegen werden. Es gilt jedoch zu unterscheiden zwischen der Dauer von realwirtschaftlichen Krisen
und der Dauer der Krise an den Finanzmärkten. Diese sind in der Regel nämlich zeitlich deutlich verschoben: Finanzmärkte reagieren, bevor die realwirtschaftliche
Rezession beginnt und erholen sich, bevor der Tiefpunkt der Konjunktur erreicht ist. Blicken wir auf die vergangenen sechzig Jahre, also die Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg, so
begannen die Aktienmärkte durchschnittlich ein halbes Jahr vor dem Beginn einer Rezession damit, diese vorwegzunehmen. In der aktuellen Finanzmarktkrise könnte ein
allfälliger Rezessionsbeginn auf den Jahresbeginn fallen. Der Tiefpunkt der Unternehmensgewinnentwicklung war durchschnittlich zwölf Monate nach Rezessionsbeginn
erreicht, das wäre im aktuellen Fall zum Jahresende 2008. Der Tiefpunkt am Aktienmarkt war jedoch durchschnittlich acht Monate nach Rezessionsbeginn erreicht. Angewandt auf
die jetzige Situation wäre dies somit im Sommer der Fall. Bei diesen Werten handelt es sich jedoch nur um Durchschnittwerte aus zehn Rezessionsperioden, wobei die
Schwankungsbreite der einzelnen Phasen doch recht hoch ist. Somit sollten obige Werte nicht wortwörtlich genommen werden. Wichtig ist jedoch, dass sich die Aktienmärkte
immer vor dem Ende einer realwirtschaftlichen Kontraktion erholen. In unserer Anlagestrategie bleiben wir somit defensiv und gut diversifiziert ausgerichtet. Der
US-Dollar bleibt untergewichtet. Bei den Obligationen empfehlen wir vorderhand noch höchste Schuldnerqualität bei tendenziell kürzeren Laufzeiten, bei den Aktien
defensive Titel aus den Bereichen Energie und Rohwaren, sowie defensive Konsumtitel.

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Dr. Thomas Steinemann
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| Chefstratege der Vontobel-Gruppe |

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| +41 (0)58 283 78 44 |
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