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10-06-2009
Wie nachhaltig ist die Trendwende an den Aktienmärkten?

Die Erholung an den Aktienmärkten seit Mitte März ist beeindruckend: Der S&P500 und der Euro Stoxx performten seit dem Tiefstpunkt rund 40%, der Schweizer SPI
immerhin rund 30%. Nicht unerwartet fiel die Wende in eine Zeit, in der die Investorenstimmung rabenschwarz und in den Medien immer häufiger vom endgültigen Ausstieg aus
Aktien und dem Einstieg in vermeintlich sichere Staatsobligationen die Rede war. Unser Wiedereinstieg in Aktien Ende März/Anfang April beruhte im Wesentlichen auf vier
Punkten:
1) Erste Zeichen einer Stabilisierung am US-Immobilienmarkt
2) Eine Wende bei den Unternehmensgewinnrevisionen
3) Die Überzeugung, dass wir gemäss unserem Hauptszenario im Jahr 2010 eine wirtschaftliche Stabilisierung und positive Gewinnwachstumsraten sehen
werden
4) Ein absoluter Tiefststand der allgemeinen Anlegerstimmung
Während sich die Punkte 2 und 3 verbessert haben beziehungsweise wahrscheinlicher geworden sind, haben sich Punkte 1 und 4 nicht weiter verbessert oder sind sogar wieder
schwächer geworden. Erfreulicherweise sind die Revisionen der Unternehmensgewinne nach wie vor nach oben gerichtet, allerdings noch auf tiefem Niveau (Punkt 2). In unserem
Hauptszenario gehen wir unverändert davon aus, dass der Tiefpunkt der globalen Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte dieses Jahres erreicht wird und die globalen
Konjunkturprogramme und die expansiven Geldpolitiken ihre positive Wirkung mindestens bis und mit 2010 zeigen werden, wobei der grösste Teil des 800 Milliarden
US-Konjunkturprogramms erst 2010 anfällt. Die jüngsten, etwas positiveren globalen Konjunkturdaten waren für uns weniger Anlass zu Prognoserevisionen nach oben,
sondern vielmehr eine notwendige Voraussetzung, damit sich die Aussicht auf eine Konjunkturerholung überhaupt materialisieren kann (Punkt 3). Unter diesem Aspekt dürfte
der grundsätzlich feste Aktientrend durchaus noch eine längere Zeit andauern, laufen doch die Aktienmärkte der wirtschaftlichen Entwicklung durchschnittlich um rund
sechs Monate voraus. Kurzfristig ist aber eine Verschnaufpause an den Märkten nicht auszuschliessen. Das Tempo der Aktienmarkterholung war hoch und die Stimmung der
Investoren hat sich bereits wieder normalisiert (Punkt 4). Zudem verläuft die Stabilisierung der Preise auf dem US-Immobilienmarkt nur zaghaft, und einzelne
Immobilienpreisindizien (wie der Case Shiller 20 City) sind im März weiter gefallen (Punkt 1).
Wir bleiben engagiert in Aktien. Der Investitionsfokus liegt weiterhin bei den aufstrebenden Märkten, Infrastruktur- und Rohwarentiteln, alternativen Energien (Vontobel Fund
- Global Trend New Power) und bei zukunftsgerichteten Ressourcen (Vontobel Fund - Global Trend Future Resources). Bei den Obligationen empfehlen wir weiterhin eine Untergewichtung
von Staatsanleihen und eine Übergewichtung von Unternehmens- und Wandelanleihen mittels Vontobel Fund - Global Convertible Bond.

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Dr. Thomas Steinemann
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| Chefstratege der Vontobel-Gruppe |

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| +41 (0)58 283 78 44 |
| E-Mail |
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