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Fragen & Antworten – Die aktuellsten Fragen

  • 29.05.2020: Wie sieht die Möglichkeit einer gestaffelten Pensionierung aus?

    In der Beratung treffen wir häufig auf das Bedürfnis einer gestaffelten Pensionierung. Diese unterscheidet sich von einer reinen Pensumreduktion. Viele Arbeitnehmer möchten die Erwerbstätigkeit nicht direkt von 100% auf 0% aufgeben. Die meisten Pensionskassen bieten die Möglichkeit einer Teilpensionierung an. Bei einer Teilpensionierung werden mit der Pensumsreduktion bereits Altersleistungen (Rente oder Kapital) im Umfang der gemachten Reduktion fällig. Im Gegensatz zu einer reinen Pensumsreduktion. Wichtig ist, dass wir neben den Vorsorgeaspekten auch die steuerlichen Auswirkungen sorgfältig überprüfen. Hier gibt es kantonal einige Unterschiede.

  • 29.05.2020: Sollte man zuerst in Säule 3a oder in die Pensionskasse einzahlen? Und warum?

    Die Faustregel besagt, zuerst in Säule 3a einzuzahlen und dann einen Pensionskasseneinkauf zu initiieren. Die Säule 3a ist eine private Vorsorge, die weniger stark reguliert ist; es gibt unterschiedliche Konditionen von verschiedenen Anbietern. Zudem kann man mehrere Konten und Depots führen und den Bezug besser staffeln. In die Säule 3a kann nur ein Mal im Jahr eingezahlt werden. Eine verpasste Einzahlung können Sie somit nicht mehr nachholen. Dagegen können Sie Ihre Einkäufe in die Pensionskasse flexibel verteilen.

  • 29.05.2020: Was muss ich beachten, wenn ich überlege, mein Pensionskassenguthaben als Rente oder als Kapital zu beziehen?

    Einerseits sollten Sie wissen, mit welchem Budget Sie über die nächsten Jahre rechnen. Andererseits aber auch, welchen Anteil Sie als regelmässiges Einkommen benötigen um ruhig schlafen zu können. Das regelmässige Einkommen muss nicht zwingend nur aus Renteneinkommen bestehen, weil dies vielleicht ein guter Freund oder der Nachbar so gemacht haben. Denkbar sind selbstverständlich auch Einnahmen aus Liegenschaften oder Wertschriftenerträgen wie vorhin beschrieben. Aufgrund von Flexibilitäts- und Steuergedanken fällt der Entscheid schlussendlich häufig zugunsten einer Mischvariante aus. Wir empfehlen hierfür auf ein solides Einkommens- und Vermögenskonzept abzustützen, welches auch die eine oder andere Krise gut übersteht und steuereffizient ausgestaltet ist.

  • 29.05.2020: Wie sieht die Situation aus, wenn ich meine Stelle verliere oder davon ausgehe, sie zu verlieren? Ist das Planen einer Frühpensionierung dann zu spät?

    In einer solchen Ausgangslage wird eine sorgfältige Planung/Beratung noch wichtiger, da Sie innert kürzester Zeit wichtige Entscheidungen zu treffen haben. In einem solchen Moment zu wissen, welche Möglichkeiten Sie überhaupt haben, um anschliessend die richtigen Hebel in Bewegung zu setzen, beispielsweise wie mit dem Pensionskassenguthaben fortgefahren werden soll, ist deshalb sehr relevant. Mittels Überblick über die eigene, langfristige finanzielle Situation und einem massgeschneiderten Massnahmenplan welcher Ihnen aufzeigt wann Sie welche Entscheidung treffen sollen, gewinnen Sie die notwendige Sicherheit zurück.

  • 29.05.2020: Spielt es eine Rolle, zu welchem Zeitpunkt ich das Thema Frühpensionierung angehe?

    Ja, definitv spielt dies eine Rolle. Einer der grössten Fehler den man machen kann, besteht darin, sich gar nicht oder erst zu spät mit dem Thema auseinander zu setzen. Durch eine frühzeitige Vorbereitung können zum einen mehrere Optionen wie z.B. eine stufenweise Pensionierung geprüft werden, zum anderen können mit einer sorgfältigen Vorsorgeplanung erhebliche Steueroptimierungen vorgenommen werden. Je früher man damit beginnt, umso grösser sind die damit verbundenen Möglichkeiten. In der Praxis stellen wir leider häufig fest, dass viele erst in eine Beratung kommen, wenn die eigene Pensionierung bereits kurz bevorsteht. Dann ist es allerdings schon oft zu spät für eine längerfristige, vollumfängliche Optimierung.

  • 20.05.2020: Welche Vorteile hat ein diversifiziertes Portfolio?

    Lassen Sie mir ein Beispiel geben. Es gibt einen Sonnenbrillenhersteller und Sie investieren nur in diesen Hersteller. Wenn es nächstes Jahr besonders sonnig wird, werden Sie eine beachtlich gute Rendite erzielen. Wenn es jedoch regnet, verlieren Sie. Wenn Sie beispielsweise zusätzlich in einen Regenschirmhersteller investieren, können Sie Risiken minimieren, indem Sie Ihr Portfolio diversifizieren. Investitionen durch Diversifikation können daher auch das Risiko in Zeiten von COVID-19 minimieren. Betrachtet man dies aus der Perspektive eines ausgewogenen Portfolios, der aus 55% Staatsanleihen und 45% Aktien besteht, können Sie sehen, dass der S&P 500 in den letzten Monaten einen deutlich höheren maximalen Drawdown erfahren hat als ein ausgeglichenes Portfolio.

  • 20.05.2020: Was passiert mit dem Markt und mit den Investments, wenn eine zweite Coronavirus Phase eintritt?

    Wir wissen heute nicht, wie die Märkte reagieren werden, wenn eine zweite Coronavirus-Phase eintreten wird. Die Volatilität kann leicht und schnell auf die Märkte zurückkehren, wie wir es in der ersten Coronavirus-Phase erlebt haben, aber wir können nicht vorhersagen, wie die Märkte reagieren werden. Werden Konsumenten so viel Geld ausgeben wie vor dem Coronavirus? Sind Investitionen genau so hoch wie vor dem Virus? Wir können es nicht sicher sagen.

  • 20.05.2020: Was bedeuten Panikverkäufe für einen Investor?

    Panikverkäufe führen zu ungünstigen Marktpreisen. In den vergangenen Monaten beispielsweise verzeichnete der S&P 500 innerhalb kürzester Zeit ein Wachstum von + 27%. Anleger, die ihre Anlagen in Krisenzeiten verkauft haben, haben diese potenzielle Marktrendite verpasst. Wenn wir uns einen 10-Jahres-Horizont zwischen 1999 und 2019 ansehen, erzielte ein Investor, der in dieser Zeit immer investiert blieb, eine Rendite von mehr als 100%. Wenn jedoch nur die besten 10 Tage in diesem Zeitraum fehlen, würde sich die Rendite erheblich reduzieren, auf 23%. Das nicht-Investiert sein von rund 40 Tagen hätte sogar Verluste gebracht.

  • 20.05.2020: Könnten Sie das Konzept der "smart diversification" erklären?

    Das Konzept basiert auf verschiedenen Faktoren. Wenn Sie in verschiedene Anlageklassen stärker diversifizieren, können Sie Ihre Rendite steigern. Um intelligent zu diversifizieren, müssen Sie beispielsweise die Referenzwährung berücksichtigen. Warum ist das wichtig? Die Inflationsraten in verschiedenen Ländern sind unterschiedlich und in CH deutlich niedriger als in den USA. Folglich muss der Anleger ein höheres Risiko in USD eingehen als ein CHF-Anleger, damit der Anleger eine echte Rendite in CH und USD erzielt. Wichtig zu verstehen ist auch Ihr Anlagehorizont, Ihr Liquiditätsbedarf und auch andere Anlagen. Insbesondere illiquide Anlagen wie Immobilien sollten berücksichtigt werden. Ihr gesamtes Anlageportfolio und Ihr Anlagerisiko sollten analysiert werden, um eine intelligente Diversifizierung zwischen den Vermögenswerten zu erreichen.

  • 20.05.2020: Ich habe während der Krise investiert, bin mir aber unsicher, ob ich diese Positionen halten sollte. Was raten Sie mir?

    Der beste Weg, um mit Unsicherheit umzugehen, ist durch Anlagendiversifizierung. Die Diversifizierung des Portfolios und das Risikoniveau der Anlage sollten der individuellen Risikotoleranz entsprechen. Wenn das Portfolio der eigenen Risikotoleranz entspricht, was bedeutet, dass der Anleger mit den potenziellen Investmentverlusten umgehen kann, ist es der richtige Ansatz, investiert zu bleiben. Darüber hinaus sollten Sie an das Konzept glauben, dass die Wirtschaft Wert generiert, der an Anleger und verschiedene Anlageklassen verteilt wird. Wenn Sie die Frage vertiefter diskutieren wollen, können Sie sich gern bei uns melden und einen Termin vereinbaren. 

  • 14.05.2020: Wie kann sich ein Investor auf eine zweite Welle besser vorbereiten?

    Eine zweite Welle kann wie bei der ersten Welle sehr schnell den Markt treffen. Sobald die ersten Anzeichen für höhere Ansteckungsfälle in Ländern zu sehen sind, wo der Lockdown gelockert wurde, werden die Märkte schnell reagieren. Man kann aber nicht viel analysieren, es ist wichtiger auf "Sentiment Indikatoren" zu achten, wie viel Panik bspw. im Markt vorhanden ist und wie hoch die Anzahl der Fälle ist. Diese Indikatoren könnten ein guter Turnaround Faktor sein.

  • 14.05.2020: Gibt es Länder, die besser vorbereitet sind, die möglicherweise sogar von einer zweiten Welle im Gegensatz zu anderen Ländern profitieren?

    Diese Frage zielt darauf ab, ob man in gewisse Länder mehr investieren möchte. Es ist jedoch viel wichtiger zu wissen, welche Sektoren dominierend sind. Pharmaunternehmen oder Nestle machen in der Schweiz 50% des Index' aus, und Pharmaunternehmen nehmen in Zeiten des Coronavirus einen Aufschwung wahr. Auch die grössten Tech Firmen, die in USA ansässig sind, erleben durch den Lockdown und das Home Office Modell einen grossen Aufschwund und werden einen grossen Einfluss auf die USA haben. Generell ist es wahrscheinlich, dass die Aktienmärkte, die vor dem Virus bereits stark waren, aufgrund der besseren Geschäftsmodelle auch nach der Krise gut aufgestellt sind.

  • 14.05.2020: Ein Lockdown und die dazugehörigen wirtschaftlichen Folgen sind unbekanntes Terrain für die Märkte. Sind sie zu optimistisch?

    Der Markt unterscheidet und reflektiert bereits heute schon enorm, welche Sektoren negativ betroffen sind und welche Sektoren durch das Coronavirus einen Aufschwung erleben. Wir können nicht fliegen, wir können nicht ins Restaurant, wir können auch die im April geplanten Ferien nicht direkt nachholen. Dies wird am Aktienmarkt schon widergespiegelt. Die Tech-Unternehmen erleben einen Aufschwund, während Unternehmen aus bspw. der Reisebranche einen Einbruch erleben. Auf Länderebene kann man sagen, dass die Länder, die relativ stark in die Krise gekommen sind, relativ zu anderen weider stark aus der Krise kommen. Norwegen wird weiter Schulden abbauen, während in Italien die Schuldenkrise weiter verstärkt wird. Momentan spiegelt der Markt wieder, dass der Virus nicht so gefährlich ist wie teilweise vermutet.
    Wenn das Virus jetzt doch wieder schlimmer wird und wir einem gar schlimmeren Lockdown bevorstehen, dann waren die Märkte gar sehr optimistisch.

  • 14.05.2020: Könnte sich das Virus bei der zweiten Coronavirus Welle bereits mutiert haben?

    Berichten zufolge mutiert das Virus sehr langsam, was für die Entwicklung eines Impfstoffes entscheidend ist. Jedoch nimmt die Vontobel Abstand von solchen Fragen und bittet Sie, diese Fragen direkt dem BAG zu stellen. Wirtschaftsfragen nimmt die Vontobel jedoch sehr gerne und jederzeit entgegen. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis.

  • 14.05.2020: Haben die Märkte den Aufschwung nach dem Lockdown schon eingepreist – oder wird der Impact unseres «aufgeschobenen» Konsums eventuell zu optimistisch eingeschätzt?

    Wenn die Entwicklung der Finanzmärkte betrachtet wird, sieht man keine direkte Reflektion einer zweiten Coronavirus Welle. Sowohl Zentralbanken als auch Regierungen haben Initiativen gestartet, damit Unternehmen liquide bleiben und weitere, damit die Bürger noch im Juni einen Job haben. Durch die Wirtschaftsunterstützungen der Regierungen und der Zentralbanken konnte sich der Aktienmarkt recht schnell wieder erholen. Jetzt ist natürlich gefragt, was passiert, wenn Neuigkeiten über die zweite Welle aus Asien kommen. Eventuell könnte sich das Szenario wiederholen, China wird abgestellt, es wird sowohl kein Angebot, als auch keine Nachfrage geben. Wir sind jedoch der Meinung, dass die Regierungen bei der theoretisch zweiten Welle besser vorbereitet sind und schneller mit den adäquaten Massnahmen reagieren können.

  • 08.05.2020: Was sollte ein auf Langfristigkeit fokussierter Investor jetzt tun?

    Langfristig orientierte Anleger sollten unseres Erachtens über verschiedene Anlageklassen hinweg investiert und diversifiziert sein. Da wir vermuten, dass es sich um eine ereignisgesteuerte Krise handelt, muss diese Art an Volatilität nur überwunden bzw. ausgehalten werden. In diesem Bull Market gibt es eine breite Streuung der Renditen in allen Anlageklassen, nicht nur bei Aktien, sondern auch bei Krediten, Gold und Commidites im Allgemeinen. Der Schlüssel ist daher die richtige Diversifikation.

  • 08.05.2020: Ist die momentane Krise eine ereignisgesteuerte Krise?

    Es gibt zwei Arten von Krisen, eine ereignisgesteuerte und eine systembedingte Krise: In einer ereignisgesteuerten Krise muss das Ereignis überstanden werden und die Krise sollte ohne enorm langfristigen Auswirkungen vorbei sein. Systemisch bedeutet, dass etwas im System nicht stimmt. Bei COVID-19 sehen wir momentan keine systemische Krise, aber wenn die jetzigen Massnahmen nicht ausreichen, um einen hohen Konsum auszulösen, und stattdessen Masseninsolvenzen in der Industrie und hohe Arbeitslosenquoten zu sehen sind, könnte die Coronavirus-Krise zu einer systemischen Krise werden. Wir sehen jedoch eine geringe Wahrscheinlichkeit dafür und erwarten, dass sich die Wirtschaft bis nächstes Jahr erholt und 2021 ein Wachstumsjahr sein wird.

  • 08.05.2020: Stehen wir vor einer grossen Rezession?

    Es gibt definitiv eine Rezession, dies sollten wir nicht verleugnen. Aber es wird staatliche Unterstützung geben, es werden Massnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass keine Massenarbeitslosigkeit oder grössere Insolvenzen stattfinden. Die Frage hier ist: Wie weit müssen wir schauen, bis die Rezession vorbei ist? Wann können wir das Licht im Tunnel sehen? Wir erwarten, dass 2021 nach der Achterbahnfahrt im Jahr 2020 ein recht positives Wirtschaftsjahr wird.

  • 08.05.2020: Wo stehen wir heute mit dem Verschuldungsgrad?

    Wir haben derzeit die gleiche Verschuldungsrate wie vor 75 Jahren. Die Gründe für die hohe Verschuldung sind jedoch bei den zwei Zeitpunkten sehr unterschiedlich. Damals mussten beispielsweise die USA und Grossbritannien kostspielige Kriegsmaschinen kaufen, die sie durch Kredite finanzierten. In den letzten Jahren haben wir uns eher bemüht, die Schulden abzubauen, aber COVID-19 hat uns hart getroffen und der Verschuldungsgrad ist in die Höhe geschossen. Wir haben jetzt ein Verhältnis von 120% zum BIP, was der gleichen Verschuldung wie nach dem Zweiten Weltkrieg entspricht. Dies bedeutet, dass jede Person in einem Unternehmen mehr als ein ganzes Jahr arbeiten müsste, ohne ein Gehalt zu erhalten, um diese Schulden zu bezahlen, während das Unternehmen keinen Gewinn erzielen könnte.

  • 08.05.2020: Wer ist Schuldner und Gläubiger in der globalen Verschuldung? Sind wir es?

    Ja, wir sind es, die globale Verschuldung betrifft jede Person. Wenn wir den Verschuldungsgrad also nicht senken und jetzt auf ein niedrigeres Niveau bringen, wird die nächste Generation in ihre Karriere starten und immer noch Schulden aus der Vergangenheit abzahlen müssen. Was momentan vorteilhaft ist, ist der niedrige Zinssatz, sodass eine langfristige Tilgung der Schulden kein Problem darstellen sollte. Es müssen jedoch Massnahmen zur Tilgung der Schulden eingeleitet werden. Ein Weg könnten Sparmassnahmen/austerity measures sein, die jedoch mit strikt reduzierte Ausgaben der Einschränkung öffentlicher Dienstleistungen unerträglich sein können. Eine andere Alternative ist eine Inflation, um die Verschuldung zu senken. Tatsächlich geschieht dies bereits jetzt, jedes Mal, wenn die Regierung beispielsweise eine Fluggesellschaft vor der Zahlungsunfähigkeit rettet. Die Zentralbank wird Geld drucken, um die vom Unternehmen verursachten Schulden zu begleichen, und schliesslich würde die globale Verschuldung sinken.

  • 30.04.2020: Wie sollte ein Portfolio aufgebaut werden?

    Der wichtigste Faktor hier ist: Aktives Portfoliomanagement. Die gesamte Welt hat sich rasant weitergedreht und geändert und die Profitabilität von Firmen in Sektoren wie beispielsweise Handel, Commodities, Automobile, Reisen massiv beeinflusst. Daher ist es nicht ratsam, in einen Index oder ein Portfolio zu investieren, das seit Ende 2019 nicht mehr angepasst worden ist. Die neue Welt sollte sich ebenfalls in dem Portfolio widerspiegeln, damit auch in turbulenten Zeiten langfristig Rendite erzielt werden kann.

     

  • 30.04.2020: Eine Rezession bedeutet höhere Default rates. Was erwarten Sie sowohl in Bezug auf Downgrades als auch in Bezug auf Default rates?

    Die Unterstützung seitens der Regierungen ist sehr grosszügig und essenziell. Auch die Hilfe der Zentralbanken ist recht hoch und es ist erstaunlich, wie schnell die Banken reagiert haben. Die Hilfe wird jedoch nicht für alle schnell genug ihren Weg finden. Die überwiegende Mehrheit davon werden Unternehmen mit einem BBB- oder C-Rating sein. Wir erwarten ein Minimum von 20% in downgrades und der Höhepunkt der Ausfälle wird voraussichtlich Ende dieses Jahres oder Q1 / Q2 2021 sein.

  • 30.04.2020: Wie beurteilen Sie die breiten Bid-Ask-Spreads am Anleihenmarkt? Sind diese Spreads nur ein vorübergehendes Phänomen?

    Seit einem Jahrzehnt gibt es bereits recht breite Bid-Ask-Spreads. Im März diesen Jahres jedoch, als die Leute realisierten, dass sie Liquidität möchten, begab sich der Anleihenmarkt in einem Vakuum und es war unmöglich zu handeln. In diesem Zeitraum gab es keinen „two-ways market“. Ende März war es weiterhin schwieriger, Vermögenswerte zu kaufen als zu verkaufen. Der Markt hat sich jedoch mit einem Spread von 1% etwas beruhigt.

  • 30.04.2020: Aktive und passive Liquidität: Wie kann man am besten in festverzinsliche Wertpapiere investieren?

    Fixed Income sollte man bestenfalls von einem erfahrenen Manager verwalten lassen. Dieser sollte sicherstellen, dass Ihr Portfolio über eine angemessene Anzahl von Anleihen verfügt. Wenn Sie eine kleine Anzahl von Anleihen kaufen und eine Anleihe verliert und Sie nicht genügend Diversität in Ihrem Portfolio haben, können Sie einen erheblichen Verlust verspüren. Daher sollten Sie sich mit einem anerkannten und aktiven Bondmanager gegen dieses Risiko absichern, der eine richtige Kombination aus Liquidität und Kredit sicherstellen kann.

  • 30.04.2020: Auf was sollte man achten, wenn man in bonds investieren möchte?

    Es sollten Firmen mit einem starken Balance Sheet in Betracht gezogen werden, die auch die künftige Rezession durchhalten. Des Weiteren sollte man eine gute Visibilität auf zukünftige Erträge haben. Beispielsweise hat der Handelsmarkt wenig Firmen, bei welchen die zukünftigen Erträge transparent sind. Generell kann man aber sagen, dass 90% der Defaults werden bei Firmen mit CCC Ratings passieren.

  • 25.04.2020: Wie kann ein Land, das von Öl abhängig ist, den Rückgang der Ölpreise überleben, insbesondere wenn Öl die Wirtschaft dieses Landes stützt?
    Die Auswirkungen des Ölpreises auf die jeweiligen Länder hängen stark vom Land und seiner spezifischen Ölabhängigkeit ab. Länder, die stark von der Ölförderung abhängig sind, aber niedrige Kosten für die Ölförderung haben, sind sicherlich weniger betroffen als Länder, die von hohen Ölpreisen und höheren Produktionskosten abhängig sind.
    In den USA wird der Ölpreis wahrscheinlich mehrere Unternehmen zum Bankrott zwingen: Die US-Regierung könnte geeignete Massnahmen einführen, um eine Stabilisierung des Ölpreises sicherzustellen. Darüber hinaus befinden sich die USA derzeit in einem Wahljahr, was bedeutet, dass Präsident Trump definitiv Massnahmen einleiten wird, um seine Wähler in Texas / Oklahoma zu schützen. Welche genauen Massnahmen er einführen wird, ist noch unklar. Er hat bereits Zölle auf Ölimporte angekündigt, aber die Effizienz solcher Tarife ist fraglich. Der Staat könnte möglicherweise ein Reservat mit Lagerkapazität nutzen, das Öl kaufen und dort lagern. In jedem Fall würde diese Massnahme dazu beitragen, die Preise kurzfristig zu stabilisieren. Länder wie die Golfstaaten, die am stärksten von der Ölförderung abhängig sind, haben in den letzten Jahren ihre Einnahmequellen diversifiziert, wodurch die eingebrochenen Einnahmen zumindest teilweise kompensiert werden.
  • 22.04.2020: Was können kurz- und mittelfristige Auswirkungen des Ölpreiszerfalls für Unternehmen wie Royal Dutch sein? Wie stecken diese Firmen solche Preisrückgänge weg?

    Generell kann man sagen, dass  die gesamte Ölindustrie aufgrund der Ölproduktion unter extremen Druck steht. Saudi Arabien kann die tiefsten Preise anbieten (15 USD/ barrel), gefolgt von Firmen wie Shell/BP/Total (20-30 USD/ barrel). Schieferöl spürt den momentanen Preisdruck am meisten, weil das Öl höhere Produktionskosten aufweist und der Investitionsaufwand zur Ölgenerierung höher als bei anderen Ölen ist. Sie haben daher einen höheren Verschuldungsgrad und benötigen einen robusten Cash Flow, um Schulden zu bezahlen. Was sich positiv auf die Gesamtindustrie auswirken würde, ist, wenn Konkurse in Schieferöl entstehen und die Produktion dadurch gedrosselt wird. Man würde von einem sogenannten Clearing Prozess sprechen.  Multimajors wie Shell/BP, etc. können länger mit tieferen Ölpreisen leben, sie können mit der Produktion beliebig hoch und runterfahren, sie haben stärkere Bilanzen, um für eine gewisse Zeit tiefe Ölpreisen auszuhalten. Auf Dauer funktioniert der momentane Ölpreis jedoch für kein Unternehmen. Der Ölpreis muss sich bei 30 USD/ barrel einpendeln, sonst funktioniert die Ölindustrie nicht.

  • 22.04.2020: Was ist der Zusammenhang zwischen Öl, Rezession und dem Aktienmarkt?

    Ein tiefer Ölpreis zwingt gewisse Unternehmen womöglich in einen Konkurs, was Bilanzen belastet und eine Zunahme der Arbeitslosigkeit auslöst. Ein Ölpreiszerfall ist schon schwierig genug. Aber on top kommt der Lockdown Effect des COVID-19, daher ist der Ölpreissturz noch grösser. Denn die Nachfrage zum Rohstoff ist gesunken, während die Produktionsrate sehr hoch geblieben ist.

  • 22.04.2020: Wird Präsident Trump wegen des niedrigen Ölpreises Zölle auf Öl-Importe erheben?

    Trump wird definitiv Massnahmen ergreifen, um seine Wählerschaft in Texas/Oklahoma zu schützen, da wir uns derzeit in einem Wahljahr befinden. Denn falls er diese Industrie nicht schützt, wird er die kritische Wählerschaftsmasse potentiell nicht erreichen. Wie er genau reagieren wird ist noch unklar. Zwar hat er diese Zölle bereits angekündigt, aber es ist unklar, wie effizient solche Zölle sind. Eventuell könnte der Staat ein Reservat mit Lagerkapaziäten nutzen, das Öl kaufen und dort aufbewahren. Diese Massnahme würde jedenfalls kurzfristig helfen, die Preise zu stabilisieren.

  • 22.04.2020: Welchen Einfluss hat der tiefe Ölpreis auf ESG Trends?

    "Wieso sollten wir jetzt in Solar investieren, wenn Öl so günstig ist" - Die Frage ist berechtigt. Die Summen, die jedoch für nachhaltige Ressourcen alloziert sind, werden sich nicht ändern. Es wird weiterhin in Wind und Wasserkraft gross investiert. Strukturelle Änderungen innerhalb von Energie und Energiemärkten wird man eher sehen, wenn die Nachfrage zu Gas steigt. Aber strukturelles Wachstum zu nachaltigen Energiesourcen ist nicht aufzuhalten.

  • 22.04.2020: Was ist Ihre makroökonomische Einschätzung zum Öl-Markt?

    Zwei Faktoren sind hier wichtig zu berücksichtigen. Es gab aufgrund des Coronavirus einen demand shock. Vor COVID-19 wurden in etwa 100 mio barrel an Öl pro Tag verbraucht, mit täglich steigender Nachfrage. Aufgrund der aktuellen Marktsituation besteht jedoch eine zu 1/3 geringere Nachfrage, das einen riesigen Einfluss auf die Ölindustrie hat. Jedoch hatte man einen doppelten Effekt, denn zusätzlich zu dem demand shock gab es eine Aufhebung des OPEC Agreements, was der zweite Faktor ist. Die Drosselung der Produktion wurde eingestellt, sodass Saudi Arabien und Russland weiterhin viel produziert haben. Wenn COVID-19 und die Aufhebung des OPEC Agreements aufeinandertreffen, passieren solche Szenarien wie für den WTI Preis. Saudi Arabien und Russland haben jetzt beschlossen, 10 mio barrels pro Tag an Produktion zu drosseln, aber diese Drosselung wird nie genug sein, um die Überkapazität aus dem Markt zu nehmen.

  • 22.04.2020: Welche Industrien leiden unter dem Ölpreissturz, wie wirkt es sich auf die Automobilindustrie aus?

    Es wird sehr viele sekundäre Effekte auf andere Industrien geben. Wenn man jedoch die langfristige Perspektive betrachtet, werden die Ölpreise für 2021/22 nicht einbrechen. Man kann langfristig eine Erholung erwarten, da das Problem zu einem grossen Teil am Mangel der Lagerplätze liegt. Der tiefe Ölpreis hat auf manche Industrien aber auch positive Effekte, zum Beispiel hat die Plastikproduktion viel tiefere Kosten. China verspürt ebenfalls einen positiven Effekt, weil die Energiepreise gefallen sind, und China keine eigene Energie produziert. Bei der Autoindustrie kann nicht gänzlich gesagt werden, ob es einen negativen oder gar positiven Effekt hat. Der tiefere Benzinpreis führt zu einer höheren Nachfrage und einer höheren Nutzung von Autos in USA. Objektiv betrachtet ist es aber ein "zero sum game", denn es gibt wie immer Gewinner/Verlierer.

  • 22.04.2020: Wie sind andere Rohstoffe mit dem Ölpreis verbunden?

    Alle Rohstoffe sind mit dem globalen GDP verbunden, diese haben sogenannte "Boom and Bust Zyklen", jedoch in verschiedener Länge. Ein Ölprojekt vom Geologenschreibtisch bis zur Ölgewinnung dauert 6 Jahre und dauert selbstverständlich länger als beispielsweise Agrarrohstoffe. Die kommende Rezession wird jedoch einen Einfluss auf den gesamten Rohstoffmarkt haben. Von fiskalischer Perspektive gibt es jedoch eine Opportunität der Erholung, denn die zukünftigen Massnahmen werden Infrastrukturlastig sein, wofür man wiederum Rohstoffe benötigt, sodass sich der Markt ein wenig erholen kann.

  • 22.04.2020: Was für verschiedene Öltypen gibt es?

    Es ist wichtig, zwischen zwei Preisfindungen bei dem Öl zu unterscheiden. Die eine Preisfindung findet in Cushing in Oklahoma statt, wo viele Pipelines zusammenkommen. Sie verbinden das Schieferöl aus den USA, aber auch kanadisches Öl aus Alberta. Sie sammeln sich dort in Cushing, wo sie gelagert und von den Raffinerien/Häfen gekauft werden, um exportiert oder zu Diesel/Benzin vewandelt zu werden. Das Öl . Dann gibts Brent, das ist Öl von Deep Sea Förderungen, wie etwa von Shell und BP genutzt werden. Brent ist der massgebende Preis für das das aus dem tiefen ozean produziert wird wird. Brent hat meistens cash execution und kein physical security. Was besonders wichtig ist,  dass Brent und WTI verschiedene Preisfindungen/Pricings durchführen. Aufgrund eines Cash Execution Modells bei Brent müssen beispielsweise die Investoren nicht davon ausgehen, dass sie physisch das Öl annehmen müssen.

  • 17.04.2020: Kann Gold als Investitionsanlage mit anderen Metallen verglichen werden?

    Angesichts der historischen Rolle von Gold als Wertspeicher, aber auch als Währung, hat Gold bei Anlegern im Vergleich zu anderen Metallen einen besonderen Status erlangt. Dies erklärt, warum Gold anders gesehen wird als andere Edelmetalle wie Silber oder Platin, die in der Vergangenheit nie als Währung verwendet wurden. Die Differenzierung ist im Vergleich zu Industriemetallen wie Eisenerz oder Kupfer noch ausgeprägter. Diese unedlen Metalle wurden in der Vergangenheit aufgrund ihrer Verfügbarkeit in grösseren Mengen nicht als Wertspeicher oder Währung verwendet. Bei diesen Metallen machen Handelsunternehmen anstelle von Investoren den grössten Teil der physischen Nachfrage aus. Ihre Nachfrage schwankt parallel zur Geschäftstätigkeit. Infolgedessen schwanken die Basismetallpreise stärker und stellen in Krisenzeiten keinen sicheren Hafen dar. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schlüsselbotschaften in Gold für andere Metalle nicht in gleichem Masse gelten und daher kein Ersatz sind.

  • 17.04.2020: Erhöhen oder reduzieren Zentralbanken ihre Geldpositionen in Krisenzeiten?

    Seit der Abschaffung des Goldstandards hat die Bedeutung für die Zentralbanken, Gold zu halten, um ihre Währung zu verwalten, erheblich abgenommen. Ausnahmen bilden jedoch Zentralbanken, bei denen Währungsinvestoren das Vertrauen verloren haben. Durch die Erhöhung ihrer Goldbestände kann dieses Vertrauen zurückgewonnen werden. In jüngerer Zeit haben einige Zentralbanken, wie die Zentralbanken aus China, Russland und der Türkei, ihre Goldreserven aufgestockt, um die Abhängigkeit ihrer Währung vom USD zu verringern.

  • 17.04.2020: Kann Gold als Investitionsanlage mit anderen Metallen verglichen werden?

    Angesichts der historischen Rolle von Gold als Wertspeicher, aber auch als Währung, hat Gold bei Anlegern im Vergleich zu anderen Metallen einen besonderen Status erlangt. Dies erklärt, warum Gold anders gesehen wird als andere Edelmetalle wie Silber oder Platin, die in der Vergangenheit nie als Währung verwendet wurden. Die Differenzierung ist im Vergleich zu Industriemetallen wie Eisenerz oder Kupfer noch ausgeprägter. Diese unedlen Metalle wurden in der Vergangenheit aufgrund ihrer Verfügbarkeit in grösseren Mengen nicht als Wertspeicher oder Währung verwendet. Bei diesen Metallen machen Handelsunternehmen anstelle von Investoren den grössten Teil der physischen Nachfrage aus. Ihre Nachfrage schwankt parallel zur Geschäftstätigkeit. Infolgedessen schwanken die Basismetallpreise stärker und stellen in Krisenzeiten keinen sicheren Hafen dar. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schlüsselbotschaften in Gold für andere Metalle nicht in gleichem Masse gelten und daher kein Ersatz sind.

  • 09.04.2020: Was ist Ihre Einschätzung zu emerging markets? Können in emerging markets hohe Erträge erzielt werden?

    Die Schwellenländer weisen eine positive Wachstumsdynamik auf und erlebten in der Vergangenheit erhebliche Wirtschaftsreformen. Zum Beispiel unterstützt die brasilianische Bevölkerung aktiv die Gesundheitsreform, die die Dynamik des Wandels in der Wirtschaft widerspiegelt. Wir können davon ausgehen, dass wir diese Dynamik ebenfalls in Zukunft weiterhin erleben werden. Die COVID-19-Krise wird sehr wahrscheinlich Schaden anrichten, da diese Märkte normalerweise kein robustes Sicherheitsnetz haben. Dies sollte sich jedoch insbesondere kurzfristig auswirken. Langfristig werden die Märkte wieder zu struktureller Wachstumsdynamik zurückkehren und das mit Anlagen in Schwellenländern verbundene Risiko wird wie gewohnt durch eine stärkere Bilanz und höhere

  • 09.04.2020: Macht es Sinn, in fab-less Firmen zu investieren?

    Die Frage ist allgemein schwer zu beantworten. In den letzten Jahren war die Entwicklung von Chips aufgrund der technologischen Entwicklungen sehr kapitalintensiv, und es gibt nur noch wenige Hersteller von Prozessoren (z. B. Intel) und Speicherchips (Samsung, Micron).

    Die meisten Chipdesigner lassen ihre Chips von Foundries (z. B. TSMC) herstellen, anstatt sie selbst herzustellen. Da es sehr gute und sehr schlechte Hersteller von „fabless“ Chips gibt, ist es wenig sinnvoll, eine allgemeine Meinung dazu zu haben. Es hängt ebenfalls stark von dem Marktsegment ab, in dem sie tätig sind (NVidia in der Gaming-Branche ist ein bekanntes Beispiel für Fabless). Die Dynamik bei den Chipherstellern mit eigener Produktion wird stark von Nachfrage, Lagerbeständen und Preisen beeinflusst und diesen Zyklus muss man verstehen und projizieren können.

  • 09.04.2020: Werden wir ein griechisches Szenario für Italien, Spanien, Portugal und Frankreich sehen?

    Inwieweit die Eurozone von der COVID-19-Krise betroffen sein wird, hängt in gewissem Masse von den Massnahmen der EZB ab. Einer der zu berücksichtigenden Faktoren ist, ob eine Vereinbarung über die Emission einer zentralisieren Kreditvergabe getroffen wird oder nicht. Derzeit sind die Verhandlungen innerhalb der EU langwierig und schwierig. Möglicherweise wird es ein Patchwork-Agreement, sodass alle Länder unterschiedlich hohen Zugang zu Finanzmitteln haben werden. Erst kürzlich wies Christine Lagarde darauf hin, dass die EZB nicht dafür verantwortlich ist, die Schuldenspreads zu halten. Dies könnte sich negativ auf die Verlagerung der geopolitischen Mächte und dem Spread zwischen Arm und Reich auswirken.

  • 09.04.2020: Wie lange wird es dauern, bis Unternehmen zu normalen Arbeitsgewohnheiten/zum "business as usual" zurückkehren?

    Das ist schwierig zu definieren. Die Erholungsphase wird nicht das sein, was wir als normal definieren. Was passieren wird, ist, dass nach der Osterpause selektiv Länder ihre Einschränkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus lockern. Ein Beispiel ist China, sie sind nicht zu normalen Standards zurückgekehrt, nachdem die Sperre gelockert wurde. Die Bürger tragen alle Masken, die in einigen Regionen obligatorisch sind, und sie haben strenge Beschränkungen in Bezug auf die Anzahl der Besucher im Geschäft. Wie schnell die Infektionsrate abnimmt, entscheidet darüber, wie schnell Firmen zu normalen Gewohnheiten zurückkehren können.

  • 06.04.2020: Was soll man jetzt für Aktien kaufen?

    Es gibt grundsätzlich 3 Kriterien für den Aktienkauf zu berücksichtigen. Erstens, die Bilanz in der Vergangenheit. Eine starke Bilanz ist ein Indiz für ein gesundes und stabiles Unternehmen. Zweitens das Business Model auf der einen Seite sowie deren Marktstellung auf der anderen Seite. Als drittes Kriterium sich die Frage stellen, „ist es eine Firma die Wert generiert?“, ein sogenannter Value-Creator. Denn eine inhärente Wertschöpfung lässt tendenziell auch den Aktienkurs steigen.

  • 03.04.2020: Es scheint, als ob die Regierungen und Zentralbanken alle Unternehmen plus die Haushalte retten wollen, zumindest scheint das der Markt zu glauben. Ist dies realistisch?

    Wichtig hierbei ist die Dauer der Krise. Die USA rechnet mit einer 4-5 monatigen Dauer und einer Unterstützung von 11% des BIP. Wenn die Krise länger anhält, ist die momentan versprochene Unterstützung nicht hoch genug. In USA wurden letzte Woche auch die ersten Arbeitslosenanträge gesprochen, was evtl. im derzeitigen Pandemieplan nicht berücksichtigt wurde. Des Weiteren sollten immer die Länder einzeln betrachtet werden. Italien hat eine Unterstützung von 0.9% des BIPs versprochen, was nicht reichen wird, um das Land langfristig as der Krise zu retten.

  • 03.04.2020: Stehen wir vor einer neuen Schuldenkrise?

    Die Dauer der Krise ist relevant. Die CH hatte jahrelange Staatsüberschüsse, was sich jetzt positiv auf die momentane Situation auswirkt und die CH so vor einer Schuldenkrise bewahrt. Bei verschuldeten Staaten wie Italien nimmt das Risiko einer Schuldenkrise zu, es ist jedoch schwierig abzuschätzen, wie stark das Risiko zunimmt.

  • 03.04.2020: Was macht die Öl-Branche? Allen voran wenn es wieder in den Boom-Modus geht. Ich nehme an, dass die Staaten dann wieder stark auf diese Rohstoffe setzen anstatt nachhaltige Energieträger wie Sonne und Wind.

    Die Öl-Branche ist stark abhängig von den Preisen. Der Trend zur nachhaltigen Energie ist gesetzt. Wenn der Öl-Preis jedoch tief ist, wird der Trend langsamer fortschreiten. Ein grundsätzlicher Übergang/ eine Umstellung ist jedoch nicht aufzuhalten. Die Frage stellt sich also, wie schnell der Trend umgesetzt wird und wie hoch der politische Willen ist.

  • 03.04.2020: Welche Belastungen werden auf Versicherungen aus der Epidemie, den shut downs zukommen?

    Aus der Epidemie werden kausal keine Belastungen auf die Versicherungen zukommen. Auch bei den Betriebsunterbruchversicherungen muss im einzelnen Vertrag geprüft werden, ob die Versicherung den Schaden übernimmt, da ein Ausfall durch Epidemie im Vertrag als Schadensgrund nicht deutlich berücksichtigt wurde. Zusätzlich muss geprüft werden, ob eine Rückversicherung abgeschlossen wurde, die gegebenenfalls den Schaden übernehmen würde.

  • 03.04.2020: Wie sehen Sie den Wechselkurs EUR zu SFR in den nächsten 2 bis 3 Monaten?

    Es gibt einen grossen Druck auf die Währungen. Die SNB wird aber versuchen, die 1.05 chf/eur zu avisieren und verteidigen. Wenn die Pandemie sich unerwartet schneller erholt, könnte der EUR Aufwärtspotenzial haben.

  • 03.04.2020: Was wäre das Worst-Case Szenario? Anhand von welchen Punkten erkennen Sie ob der "Boden" in den Märkten erreicht wurde?

    Es ist sehr schwierig abzuschätzen wann das Worst-case Szenario der Krise erreicht ist und wie dieses aussieht. Auf die Vorjahresresultate hatte die Coronavirus Krise keinen Einfluss. Die Ausblicke einiger Unternehmen sind bereits im Januar erfolgt. Da waren, wenn überhaupt, entsprechende Zahlen für den chinesischen Markt berücksichtigt worden. Firmen die ihren Ausblick erst im Februar gemacht haben, sind schon viel stärker von der Coronavirus Krise gefärbt. Wir probieren oft mit den Unternehmen zu analysieren, wie stark der „Impact“ ist, wie der Business-continuity-plan aussieht. Mit den Erstquartalszahlen werden Datenpunkte geliefert, die entsprechend mehr Analyse erlauben. Betreffend Ausmass kann man von drei Rezession-Modellen sprechen. V (kurze Rezession und schnelle wirtschaftliche Erholung), U (kürzere Rezession und relativ schnelle wirtschaftliche Erholung) oder L (nichtabsehbare Dauer der Rezession und nur sehr langsame wirtschaftliche Erholung). Wir sind jedoch der Meinung, dass wir uns auf eine U-Rezession zubewegen.

  • 03.04.2020: In der Telefonkonferenz am 27.3. wurde gesagt, dass Schweizer Aktien von neutral auf übergewichtet eingestuft worden sein: Welche Sektoren würden Sie bei zusätzlichen Investitionen bevorzugen?

    Prinzipiell empfiehlt es sich Unternehmen bottom-up und firmenspezifisch zu analysieren. In der Schweiz gibt es drei Kriterien, die es gilt zu berücksichtigen. Erstens, die Bilanz in der Vergangenheit. Eine starke Bilanz ist ein Indiz für ein gesundes und stabiles Unternehmen. Zweitens das Business Model auf der einen Seite sowie deren Marktstellung auf der anderen Seite. Als drittes Kriterium sollte man sich die Frage stellen, „ist es eine Firma die Wert generiert?“, ein sogenannter Value-Creator. Denn eine inhärente Wertschöpfung lässt tendenziell auch den Aktienkurs steigen.

  • 03.04.2020: Der Markt scheint sich momentan etwas zu erholen. Werden wir weitere Kursstürze sehen, sobald die Quartalszahlen veröffentlicht werden und das Ausmass von Corona auf die Wirtschaft das erste Mal sichtbar wird?

    Auf die Vorjahresresultate hatte die Coronavirus Krise keinen Einfluss. Die Ausblicke einiger Unternehmen sind bereits im Januar erfolgt. Da waren entsprechende Zahlen für den chinesischen Markt berücksichtigt worden. Firmen die ihren Ausblick erst im Februar gemacht haben, sind schon viel stärker von der Coronavirus Krise gefärbt. Wir probieren oft mit den Unternehmen zu analysieren, wie stark der „Impact“ ist, wie der Business-continuity-plan aussieht. Mit den Erstquartalszahlen werden Datenpunkte geliefert, die entsprechend mehr Analyse erlauben. Betreffend Ausmass kann man von drei Rezession-Modellen sprechen. V (kurze Rezession und schnelle wirtschaftliche Erholung), U (kürzere Rezession und relativ schnelle wirtschaftliche Erholung) oder L (nichtabsehbare Dauer der Rezession und nur sehr langsame wirtschaftliche Erholung). Wir sind jedoch der Meinung, dass wir uns auf eine U-Rezession zubewegen und sich die Wirtschaft dementsprechend schnell wieder erholt.

  • 27.03.2020: Die Zinsen werden nun stets immer wieder nach unten korrigiert. Müssen wir nach der Corona Krise mit einer Zins Krise rechnen?

    Zu tiefe Zinsen haben einen signifikant negativen Einfluss auf das Bankengeschäft. Die Bank ist der Intermediär zwischen Sparer und Wirtschaft, die bei tiefen Zinsen ihre Arbeit nicht wahrnehmen kann. Zentralbanken sind sich des Risikos jedoch bewusst; die europäischen Zentralbanken wie die SNB und die EZB haben die Zinsen bspw. nicht angepasst, sodass der negative Effekt des jetzigen Marktzustands auf die Banken bereits erreicht wurde und sich nicht weiterhin ausdehnen sollte.

  • 24.03.2020: Was hat Deutschland bereits unternommen, um die ökonomische Lage zu unterstützen?

    In Deutschland hat die Regierung ein strukturelles Defizit weit über die in normalen Zeiten geltende 0.35%-Grenze ermöglicht. Die fiskalische Reaktion auf die Krise könnte sich auf weit über EUR 600 Mrd. belaufen. Stand 24. März 2020

  • 24.03.2020: Was für wirtschaftliche Massnahmen haben USA ergriffen?

    Anfang dieser Woche schlug die Regierung von Präsident Trump dem Kongress ein Konjunkturpaket in Höhe von USD 850 Mrd. vor, um Haushalte und Unternehmen zu unterstützen. Die vorgeschlagenen Massnahmen entsprechen einem geschätzten Wert von USD 2 Billionen oder fast 10% des nationalen BIP. Nur zum Vergleich: Der im Rahmen der globalen Finanzkrise 2008 unterstützende «Emergency Economic Stabilization Act» belief sich auf eine Höhe von USD 700 Mrd.
    Schliesslich kündigte die Fed am Montag umfangreiche Massnahmen an, darunter den unbegrenzten Ankauf von Staatspapieren und hypothekarisch gesicherten Wertpapieren von Agenturen. Die Fed unterstützt die Kreditvergabe an grosse Arbeitgeber mit der Ausgabe neuer Anleihen und Krediten und mit der Bereitstellung von Liquidität für ausstehende Unternehmensanleihen. Zudem soll der Kreditfluss an Verbraucher und Unternehmen unterstützt werden. Stand 24. März 2020

  • 24.03.2020: Was haben Europäische Behörden bis jetzt für Massnahmen entschieden?

    Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ein neues Anleihekaufprogramm in Höhe von EUR 750 Mrd. angekündigt und ist «entschlossen, ihre Rolle bei der Unterstützung aller Bürger der Eurozone in dieser extrem schwierigen Zeit wahrzunehmen». Dies ergänzt Konjunkturmassnahmen wie einen negativen Einlagenzinssatz für Geschäftsbanken von minus 0.5%, EUR 20 Mrd. pro Monat für den Kauf bestehender Anleihen und bis zu EUR 2.3 Billionen für Bankenkredite. Unterdessen hat sich die Europäische Union bereit erklärt, die Regeln für staatliche Hilfen an Unternehmen bis Dezember 2020 zu lockern. Die europäischen Regierungen dürfen jedem von der Krise betroffenen Unternehmen Zuschüsse, Steuererleichterungen und Vorauszahlungen von bis zu EUR 800’000 gewährleisten.

    Schliesslich plant die Europäische Kommission, alle fiskalischen Regeln des «Stabilitäts- und Wachstumspakets» auszusetzen. Dies wird den Mitgliedsländern grünes Licht für eine Erhöhung der Verschuldung geben, um ihre lokale Wirtschaft zu stärken. Stand 24. März 2020

  • 24.03.2020: Was macht Grossbritannien?

    Grossbritannien kündigte ein umfangreiches Paket an, das ein staatlich abgesichertes Kreditgarantieprogramm in Höhe von mindestens GBP 330 Mrd. (ca. 15 % des BIP), ein umfangreiches Beschäftigungsförderungsprogramm, eine Rettungsaktion für Fluggesellschaften und Flughäfen, Steuererleichterungen für Unternehmen und einen dreimonatigen «Hypothekenurlaub» umfasst. Stand 24. März 2020

  • 23.03.2020: Weshalb ist der Ölpreis in Folge des Coronavirus so stark gesunken

    Steigendes Angebot und Nachfragerückgang wegen des Coronavirus haben den Ölpreis vorübergehend auf USD 20 gedrückt. So günstig war der Rohstoff das letzte Mal vor knapp 20 Jahren. Derzeit gerät der Ölpreis von beiden Seiten unter massiven Druck, vom Angebot- wie auch von der Nachfrageseite. Die Nachfrage hat in kurzer Zeit durch den Coronavirus und den Versuch, die Verbreitung einzudämmen, rapide abgenommen: Fluggesellschaften weltweit streichen ihre Flugpläne zusammen und Produktionsanlagen werden stillgelegt oder deutlich eingeschränkt. Wie lange die Nachfrage gedämpft bleibt, ist schwierig abzuschätzen. Auf der anderen Seite steigt das Angebot: Der Versuch der Organisation erdölexportierender Länder, Opec, mit Russland zusammen durch die Begrenzung der Fördermenge das Angebot zu reduzieren und so den Preis zu stützen, misslang. Russland erteilte dem Ansinnen eine Absage, worauf Saudi- Arabien den Ölmarkt schwemmte mit dem Ziel, den Preisrückgang durch eine höhere Absatzmenge zu kompensieren. Der Preis brach in der Nacht auf den 9. März um 30 % ein und hat seine Talfahrt danach fortgesetzt. Stand 23. März 2020

  • 23.03.2020: Sollte man jetzt in Rohöl investieren?

    Es ist jetzt wohl nicht der schlechteste Moment, langfristige Positionen in Rohöl aufzubauen. Anleger haben verschiedene Möglichkeiten, um an einem steigenden Ölpreis zu partizipieren: Sie können zum Beispiel in Aktien aussichtsreicher Ölkonzerne investieren, um an der Preisentwicklung indirekt teilzuhaben. Oder sie investieren in Öl-Futures-Kontrakte. Das hängt von der Form der Ölpreis-Futures-Kurve: In einer Contango-Konstellation (die Spotpreise liegen über den Terminkursen) entstehen Rollverluste bei einer Investition in Futures. Um Rollverluste in einer Contango-Situation zu vermeiden, sind Öl-Aktien die bessere Wahl. Liegen die Spotpreise unter den Terminkursen (Backwardation-Situation), partizipieren Anleger an möglichen Rollgewinnen. Stand 23. März 2020

  • 20.03.2020: Die Volatilität ist momentan auf einem Allzeithoch und es gibt Verkaufswellen, warum?

    Die Verkaufswellen können als Panikverkäufe charakterisiert werden, die sowohl in Aktien, aber auch anderen Asset Classes ersichtlich sind, wie beispielsweise Gold und Staatsanleihen. Diese Panikverkäufe gibt es aufgrund von zwei Faktoren: Erstens ist die Weltwirtschaft massiv verlangsamt, wir werden eine Rezession sehen, einen negativen Wirtschaftswachstum und das für mindestens zwei Quartale. Zweitens sehen wir Liquiditätsprobleme von Subassetclasses wie beispielsweise Small und Mid-Cap Unternehmen. Investoren haben dann die Investitionen verkauft die in irgendeiner Form liquide waren, wie beispielsweise Gold. Stand 20. März 2020

  • 20.03.2020: Die Aktienmärkte haben um ca. 30% eingebusst. Ist dies gerechtfertigt?

    Ja, weil Aktienmärkte vor einer Rezession im Schnitt zwischen 27-33 % verlieren. Aber man sollte sich die Frage stellen, ob wir uns in einer Rezession befinden oder einer finanzielle Krise nähern. In 2008 haben die Märkte 50% verloren, man sprach von einer Finanz-und einer Wirtschaftskrise. Aber während der jetzigen Coronavirus Krise haben die Zentralbanken bereits sehr starke Massnahmen ergriffen und dies global. Nicht nur die USA mit der FED und Europa mit der EZB, sondern auch asiatische Banken haben sehr stark reagiert und ähnlich starke Wirtschaftspläne wie in 2008 initiiert. Stand 20. März 2020

  • 20.03.2020: Der Coronavirus breitet sich aus. Der Schaden nimmt in Europa zu. Was hat das für Auswirkungen auf den GDP?

    Die momentanen Einflüsse des Coronavirus lösen den schnellsten und stärksten Nachfrageschock aus, den es jemals gegeben hat. Europa ist unter Quarantäne, die Nachfrage und der Konsum sind momentan nicht existent ausser von essenziellen Gütern für das alltägliche Leben. Nicht-essenzieller Konsum fällt praktisch weg. Hier ist es relevant zu fragen, wie lange dieser nicht-essenzielle Konsumstopp andauern wird. Im Moment geht man nach dem Sommer von einer deutliche Besserung aus, da wir gegen den Sommer eine Entspannung der Quarantänesituation erwarten. Die Annahme ist, dass der jetzige Zustand ein bis zwei Monate andauert und sich in der zweiten Jahreshälfte deutlich erholt. Wichtig ist aber, dass es zu keiner Welle von Mitarbeiterentlassungen kommt und so den Konsum für die zweite Jahreshälfte abwürgt. Momentan sind wir bei einem BIP von -1 bis -2% angekommen. Stand 20. März 2020

  • 20.03.2020: Helfen fiskalische Massnahmen?

    In Europa gibt es automatische Stabilisatoren wie beispielsweise Arbeitslosenversicherung und Lohnzahlungen vom Staat für Kurzarbeit. Resultierend daraus haben Europäer Geld, um zu konsumieren und müssen beispielsweise nicht aus ihrer Wohnung ausziehen. Während einer Krise werden diese Stabilisatoren automatisch gezündet. In USA gibt es weniger solcher Stabilisatoren, Mitarbeiter können schnell gekündigt werden und auch das „sick paid leave“ Modell ist weniger ausgebaut. Daher geht man momentan von einem circa 4%-igen fiskalischen Puls in den USA aus, was aber nicht bedeutet, dass die Unterstützung durch den Staat in Europa kleiner ausfallen wird. Stand 20. März 2020

  • 20.03.2020: Was gibt es für globale Massnahmen?

    Da spielen zwei Faktoren eine grundlegende Rolle. Zum einen die Liquidität an Finanzmärkten, die über Zentralbanken gesteuert wird und die Fiskalmassnahmen. Es wird in USA Löhne geben, die weniger ausbezahlt werden können, sodass die fiskalische Politik eingreifen muss. In USA ist das Paket, was abgeschlossen wurde, 5% des BIP. Es gibt aber noch einen kurzfristigen ökonomischen Impact als dritten Faktor, und zwar die Coronavirus Massnahmen der einzelnen Länder. Drastische Massnahmen, wie beispielsweise ganze Länder in Quarantäne zu versetzen, können die Infektionsraten massgeblich eindämpfen und den Coronavirus Ausbruch in den Griff bekommen. Ein Beispiel ist China. China hat sehr drastische Quarantänemassnahmen eingeführt und in den letzten Tagen immer weniger bis fast keine Neuinfektionen vernommen. Infolgedessen sieht man in der chinesischen Wirtschaft den Anfang von positiver Wirtschaftsaktivität. Apple hat beispielsweise momentan in der ganzen Welt, auch in USA, ihre Geschäfte geschlossen, jedoch in China wieder geöffnet. Finanzmärkte werden diese Wirtschaftserholung antizipieren und dann wird’s ebenfalls zu einer Wirtschaftsstabilisierung-und erholung kommen. Stand 20. März 2020

  • 20.03.2020: Ist jetzt der gute Zeitpunkt einzusteigen?

    Es ist auf jeden Fall der schlechteste Zeitpunkt jetzt zu verkaufen. Historisch betrachtet ist es die schlechteste Strategie zu verkaufen, nachdem es einen drastischen Markteinbruch gab. Man sollte überprüfen, wie schnell die Massnahmen von den Banken und der Fiskalpolitik greifen und ob die Zahl der Neuinfektionen sinken. Beispielsweise Spanien, Italien, Frankreich – all diese Länder haben solide Massnahmen, um die Coronavirus Verbreitung einzudämmen angekündigt und durchgeführt. Wenn in Italien eine Genesung spürbar wird, wird es auch positive Auswirkungen auf den Finanzmarkt geben. Stand 20. März 2020

  • 19.03.2020: Sind Gold-Investments überhaupt noch sinnvoll?

    Zwar wurde das Edelmetall durch den Coronavirus verursachten Ausverkauf erfasst, kann sich aber mit einem Rückgang von 10 % seit dem höchsten Stand im März noch gut halten. Und doch: Dem Ruf als sicherer Hafen konnte das Gold in der turbulenten Phase nicht ganz gerecht werden.

    Einer der Gründe für die Abgaben könnte wohl sein, dass Investoren gezwungen waren, ihre Goldbestände abzubauen, um Verluste in anderen Anlageklassen zu decken. Dann hätte der Preisrückgang nichts mit einer Neueinschätzung von Investoren zu tun. Die massive Liquiditätszufuhr durch die Zentralbanken könnte dem Goldpreis möglicherweise Auftrieb verleihen. Stand 19. März 2020

 

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