Umziehen und Steuern sparen: Kantonale Grund­sätze und zwei Ausnahme­regeln

Videos, Vermögen & Vorsorge Aktualisiert am 15.11.2021
Ursprünglich veröffentlicht am 04.11.2020 Lesezeit: 2 Minute(n)

Beim Umzug ist eine gute Planung wichtig – auch finanziell

Planen Sie demnächst einen Umzug? Dann können Sie eventuell bald Steuern sparen – oder mehr bezahlen. Denn schweizweit gibt es Unterschiede bei den Steuern. Doch wie sehen diese genau aus?

 

Was wird in der Schweiz wie hoch besteuert?

Was besteuert wird, ist schweizweit einheitlich. Das Gesetz der Steuerharmonisierung schreibt dies allen Kantonen grundsätzlich verbindlich vor.

Wie hoch die Steuersätze sind, ist hingegen nicht einheitlich. Die sogenannte Tarifautonomie liegt bei Gemeinden und Kantonen. Deshalb sind die Unterschiede zwischen den Steuersätzen teilweise beträchtlich. Zwei Beispiele:

  1. Einkommenssteuer
    Hier schwanken die Maximalsteuersätze zwischen 20 Prozent (Kanton Zug) und 45 Prozent (Kanton Genf).
  2. Vermögenssteuer
    Auch beim Vermögen gibt es bedeutende Unterschiede zwischen den Maximalgrenzsteuersätzen: In Nidwalden sind sie mit 0.1 Prozent am tiefsten, in Genf mit 1 Prozent am höchsten.

 

Welches Stichdatum gilt bei den Steuern, wenn Sie umziehen?

Ein Umzug kann sich steuerlich also lohnen. Dies gilt übrigens das ganze Jahr. Ihre Einkommens- und Vermögenssteuer bezahlen Sie nämlich rückwirkend in dem Kanton, in dem Sie am Jahresende wohnen. Wenn Sie also am 1. Dezember von Genf nach Zug umziehen, bezahlen Sie Ihre Steuern für das ganze Jahr in Zug.

Seit einigen Jahren gilt diese Regel auch innerhalb des Kantons Zürich, zum Beispiel bei einem Umzug von Winterthur nach Meilen.

 

Zwei wichtige Ausnahmen

  • 1. Juristische Personen

    Unternehmen bezahlen Steuern bei einem Umzug pro rata temporis (anteilsmässig auf das ganze Jahr) beim Wegzugs- und Zuzugskanton. Wenn ein Unternehmen also seinen Sitz am 1. Juli von Zürich nach Nidwalden verlegt, bezahlt es für 181 Tage seine Steuern in Zürich und für 184 Tage seine Steuern in Nidwalden.

  • 2. Vorsorgekapital

    Die zweite wichtige Ausnahmen betrifft den Bezug von Kapitalleistungen aus der Vorsorge, zum Beispiel aus der Pensionskasse, von Freizügigkeitsguthaben oder der Säule 3a. Diese Bezüge versteuern Sie dem Kanton, in dem Sie Ihren Wohnsitz hatten, als die Leistung fällig wurde.

    Ein Beispiel: Sie wohnen in Zürich und lassen sich am 1. Juli Ihr Pensionskassenguthaben auszahlen. Drei Monate später ziehen Sie nach Appenzell. Während Sie Einkommens- und Vermögenssteuer für das ganze Jahr am neuen Wohnsitz bezahlen, darf der alte Wohnkanton Zürich die Kapitalleistung besteuern.

    Steuerlich hätte es sich gelohnt, mit dem Kapitalbezug zu warten. Bei einer Leistung von 1 Million Schweizer Franken hätten Sie in Appenzell rund 100’000 Franken gespart.

 

 

Denken Sie an einen Umzug?

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihren Wohnort zu wechseln, lohnt es sich, finanzielle Überlegungen miteinzubeziehen. Dabei helfen wir Ihnen gerne. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, wenn Sie Fragen zu Ihrer Steuerplanung haben.

 

 

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