Hans Vontobel Preis für Agronomie kürt ETH-Studie zu «local food»

Verantwortung 13.04.2018
Lesezeit: 2 Minute(n)

Bis im Jahr 2040 ist unser Planet das Zuhause von über 9 Milliarden Menschen. Unser erstes Grundbedürfnis wird dann zugleich unsere grösste Herausforderung sein: Wie können wir sicherstellen, dass die Nahrungsressourcen der Erde für alle ausreichen?

Dr. Maja Baumann, Urenkelin von Firmengründer Jakob Vontobel, und Dr. Emilia Schmitt, Gewinnerin des Hans Vontobel Preis für Agronomie. © Video: Vontobel 2018.
 

Der Hans Vontobel Preis zeichnet Doktorarbeiten aus, die auf dem Gebiet der Agrarwissenschaften zu herausragenden Erkenntnissen führen. Sie geben in ihrem Fachgebiet entscheidende Impulse und verbessern die Chance, dass die Agrarwirtschaft mit dem Nahrungsbedarf einer wachsenden Weltbevölkerung Schritt halten kann.
 

Als Nachhaltigkeit noch Pioniergeist erforderte

Schon Hans Vontobel, der den Preis vor 30 Jahren ins Leben rief, war sich bewusst: Je nachhaltiger die Agrarwirtschaft handelt, desto mehr profitieren wir langfristig von ihren Erzeugnissen. Und mit «wir» hatte er nicht nur wir Menschen vor Augen, sondern die Umwelt als Ganzes.

So nahmen im Laufe der Jahre auch die eingereichten Arbeiten immer gezielter Fragen der Nachhaltigkeit unter die Lupe. Wie lässt sich der Einsatz von Dünge- oder Schädlingsbekämpfungsmitteln reduzieren? Wie kann man den Boden auch über Jahre hinaus ertragreich bewirtschaften? Mit diesem Anspruch suchten die Forschenden nach neuen Anbaumethoden, erforschten Pflanzen, Setzlinge und die Tierhaltung. Eine kurzfristige Maximierung der Produktivität rückte in den Hintergrund.
 

Fokus 2018: Wie nahe kommen Produkte «aus der Region» dem Ideal der Nachhaltigkeit?

In ihrer 2018 prämierten Dissertation wirft Dr. Emilia Schmitt einen kritischen Blick auf lokal produzierte Produkte, insbesondere Schweizer Käsesorten mit Labeln wie «aus der Region» oder «AOP» (appellation d’origine protégée). Sie kommt zum Schluss, dass der wahre Wert lokaler Produkte nicht allein in der Distanz zum Produktionsort gemessen werden kann. Genauso eine Rolle spielen das Knowhow, das in dieser spezialisierten Form nur lokal gelebt und weitergegeben wird, oder soziale Kriterien wie die geografische Identität, die ein Produkt prägt. Insofern ist unsere klassische Vorstellung von «aus der Region» also zu eng gefasst.

Andererseits, so Schmitt weiter, wird die Nachhaltigkeitsbilanz der lokalen Produktion von weit mehr Faktoren als der vor Ort geleisteten Arbeit beeinflusst. In einem empirischen Teil vergleicht Schmitt daher Produkte aus der Schweiz mit entsprechenden Erzeugnissen aus England oder Frankreich. Ihr Fazit lässt aufhorchen: Denn anders als die fertigen Produkte kommen zahlreiche vorgelagerten Rohstoffe wie etwa das Futter der Kühe, deren Milch verarbeitet wird, von sehr viel weiter her. Im Fall der Schweizer Käseproduktion ist Südafrika ein wichtiger Rohstofflieferant.

Wer also Lokalität in Zukunft ernst nehmen möchte, muss stärker berücksichtigen, welche Distanzen sich über die gesamte Wertschöpfungskette aufsummieren. Die Aussage «je lokaler, desto besser» ist entsprechend problematisch – solange importierte Produkte den heimischen Erzeugnissen in Sachen Nachhaltigkeit den Rang ablaufen.

Lesen Sie hier die ganze Dissertation von Emilia Schmitt

 

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