Oster Miniserie: Börsen(un)wahrheiten zu Ostern

Insights 15.04.2019
Lesezeit: 1 Minute(n)

Börsenweisheiten gibt es zuhauf. Rund um Ostern gibt es zwei saisonale «Bauernregeln», die wir heute näher beleuchten.

Die Börse schreckt noch immer einige ab – sie denken, dass sie zu wenig wissen, zu ängstlich oder zu wenig entscheidungsfreudig seien. Da kommen solche einfachen markigen Ratschläge gerade richtig – doch nur die wenigsten glauben und halten sich daran. Zu Recht oder zu Unrecht?

Sell in May and go away!

Da Ostern dieses Jahr eher spät dran ist, gewinnt diese Börsenwahrheit an Aktualität. Die Regel besagt, dass am 1. Mai jedes Jahres verkauft und am 1. Oktober wieder zurückgekauft werden soll. Doch wieso sollte es in den Sommermonaten immer wieder zu Crashs kommen bzw. wieso sollte es in der anderen Jahreshälfte besser laufen?

Was dafür spricht:

  • Der Mai gehört laut Statistik traditionell zu den schlechtesten Monaten eines Börsenjahres
  • Die Dividendensaison geht zu Ende und die Gewinne werden mitgenommen
  • In der Urlaubszeit ist an den Börsen generell weniger los
  • Die Sommermonate sind auch eine nachrichtenarme Zeit, schlechte Nachrichten wirken dadurch stärker

Was dagegen:

  • Der Mai gehört laut Statistik traditionell zu den schlechtesten Monaten eines Börsenjahres. Richtig.
  • Verschiedene Studien und Langzeitstatistiken zeigen, dass der Spruch als Anlageregel untauglich ist
  • Logikfehler: Gäbe es tatsächlich eine verlässliche Börsenanomalie im Mai, würden alle Anleger versuchen, diese frühzeitig auszunutzen und das Muster würde sich selbst auflösen
  • Ein solches banales «Bonmot» steht im krassen Widerspruch zur Komplexität des globalen Aktienmarkts, der durch unzählige Faktoren beeinflusst wird

Man soll nicht alle Eier in einen Korb legen

Bei diesem Ratschlag geht es um Diversifikation. Man soll nicht alles auf eine Karte bzw. Aktie setzen, sondern beim Anlegen darauf achten, in verschiedene Anlageobjekte zu investieren. Mit dieser Methode lässt sich die Rendite optimieren und das Risiko eines Totalverlusts minimieren. Dieser Ratschlag hat also durchaus seine Berechtigung und trifft zu.

Fazit

Die meisten Börsenweisheiten sind zwar unterhaltsam, haben tatsächlich den Wahrheitsgehalt einer Bauernregel. Und daher wäre es nicht sehr clever seine Anlagestrategie auf diese Sprichworte aufzubauen.