Das russische Unternehmertum ist faszinierend

Vontobel Stories 18.06.2019
Lesezeit: 2 Minute(n)

Als Partner der Eröffnung der neuen Schweizer Botschaft im Juni 2019 setzt sich Vontobel für die weitere Stärkung der schweizerisch-russischen Beziehungen ein. Rolf P. Frehner im Interview über die langjährige Zusammenarbeit.

Herr Frehner*, was fasziniert Sie persönlich an Osteuropa?

Osteuropa ist eine Region geprägt von enormen Gegensätzen. Seit fast 20 Jahren bereise ich die verschiedenen Länder und habe immer noch nicht genug. Auf der einen Seite steht die unendliche Weite der Landschaften, auf der anderen das reiche kulturelle Erbe. Osteuropa ist immer für eine Überraschung gut. Es verbindet Kontinente und vereint Kulturen, Sprachen und Nationen. Was mich persönlich am meisten beindruckt, ist die Herzlichkeit der Menschen. Osteuropäer sind sehr gastfreundlich und pflegen einen viel spontaneren Umgang miteinander als wir es in Westeuropa gewohnt sind.

Bereits in den 90ziger Jahren etablierte Dr. Hans Vontobel Geschäftsbeziehungen in Russland. Was waren die Hintergründe?

Nach Zusammenbruch der Sowjetunion hatte Dr. Hans Vontobel die Weitsicht, dass sich die zentraleuropäischen Staaten, damals noch Satellitenstaaten, schnell ökonomisch entwickeln würden. Der ideale Zeitpunkt also, um mit dem Wealth Management Fuss zu fassen. Dr. Hans Vontobel wurde für sein Engagement 2006 vom russischen Staat mit dem Orden der Freundschaft ausgezeichnet.

Wie beurteilen Sie die russische Entwicklung heute?

Russland hat seit seiner Öffnung einen enormen Wandel durchgemacht. Als supraregionale Wirtschaftsmacht basiert sein Erfolg nicht mehr nur auf dem riesigen Rohstoffvorkommen des Landes, sondern auch auf dessen hochentwickelten Technologiebereich. Das russische Unternehmertum ist sehr faszinierend – es entstehen ständig neue Wirtschaftszweige.

Was unterscheidet Vontobel als Schweizer Bank von anderen Banken, die mit Kunden aus Osteuropa arbeiten?

Die Bank Vontobel verfügt über einen sehr reichen Erfahrungsschatz in der Zusammenarbeit mit Kunden aus Osteuropa. Unsere Spezialisten sind vertraut mit den regionalen Gegebenheiten. Das vermittelt unseren Kunden eine grosse Sicherheit. Als Familienunternehmen in vierter Generation stehen wir für Tradition, Zuverlässigkeit und Sicherheit – wichtige Werte in Osteuropa.

Gibt es kulturelle Unterschiede, die bei der Zusammenarbeit beachtet werden müssen?

Die Fähigkeit zur interkulturellen Zusammenarbeit ist ein Grundattribut im Wealth Management. Nicht nur bezogen auf Osteuropa, sondern auf alle internationalen Beziehungen. Die osteuropäische Spontaneität erfordert eine gewisse Flexibilität im Auftreten und in der Terminplanung – das kann sehr erfrischend sein. Ausserdem ist es natürlich wichtig, die politischen Rahmenbedingungen, die Tradition und die Geschichte der osteuropäischen Länder zu kennen und zu respektieren.

Vontobel engagiert sich bei der Neueröffnung der Schweizer Botschaft in Moskau. Warum?

Wie bereits erwähnt, pflegt die Bank Vontobel ein sehr gutes Verhältnis zu Russland. Aber auch zu den Botschaften in den Ländern, in denen wir präsent sind. Beidseitigen Informationsaustausch betrachten wir als Grundvoraussetzung für eine fruchtbare Zusammenarbeit. Spätestens seit der Auszeichnung Dr. Vontobels herrscht ein starkes Band zwischen der Bank Vontobel und Russland. Diese Beziehungen möchten wir weiter verbessern und uns weiterhin in einem für die Schweizer Aussenpolitik sehr wichtigen Standort engagieren.

*Rolf P. Frehner ist Leiter Wealth Management in Osteuropa.