Mit ESG positive Veränderungen vorantreiben (Teil 2)

Insights 23.10.2019
Lesezeit: 2 Minute(n)

Wertorientiertes, langfristiges und nachhaltiges Investieren liegt im Trend. Auch bei Vontobel – jedoch bereits seit fast 30 Jahren. Dabei steht die neuartige Abkürzung ESG (Environmental, Social and Governance) für die Verwendung von Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungs-Faktoren, um Unternehmen oder Länder hinsichtlich ihres Beitrags zur Nachhaltigkeit zu bewerten.

Bisher werden solche Anlagemöglichkeiten hauptsächlich von professionellen und institutionellen Investoren nachgefragt. Dabei sind viele private Anleger vom nachhaltigen Investieren überzeugt. Doch was hält sie davon ab? Erfahren Sie in unserer 3-teiligen Serie, die auf einer ausführlichen ESG Studie von Vontobel basiert, wie die Berücksichtigung der ESG-Kriterien Anlegern eine konkrete Entscheidungshilfe bietet und sogar Risiken reduzieren sowie neue Renditechancen eröffnen kann.

Wussten Sie, dass viele Anleger ESG-Prinzipien nicht anwenden, obwohl die Befragten nicht nur von der Bedeutung von ESG-Themen überzeugt sind, sondern auch von ihrer Fähigkeit, mit ihren finanziellen Entscheidungen und Verhaltensweisen eine Wirkung erzielen zu können? Erfahren Sie in unserem Teil 2, wo Hemmschwellen liegen und welche Irrtümer und Missverständnisse es zu klären gibt.

Die guten Nachrichten sind laut Thomas Trsan, Spezialist für ESG und Impact Investing bei Vontobel Wealth Management, dass sich die Auswahl verbessert. «Das Anlageuniversum expandiert», sagt er. «Es gibt heute mehr Möglichkeiten als in der Vergangenheit, ausserdem mehr Berichterstattung und ESG-Analysen von Research-Anbietern, die auch unter stärkerem Wettbewerbsdruck stehen»

Geballtes Nichtwissen

Dennoch scheint einer der wichtigsten Faktoren dafür, dass nur wenige Menschen ESG-fokussiert anlegen, die bestehende Wissenslücke auf Anlegerseite zu sein. Über die Hälfte der Befragten in dieser Studie (55 Prozent) gaben an, einfach nicht zu wissen, dass ein ESG-Ansatz möglich wäre. Aber selbst in der Gruppe jener Menschen, die in Bezug auf ESG-Ansätze engagierter sind, scheinen Missverständnisse verbreitet zu sein. 40 Prozent sind beispielsweise besorgt, dass zusätzliche Kosten entstehen, wenn sie auf diese Weise investieren, während 21 Prozent denken, die Performance könnte darunter leiden.

Nicht einfach ein «nettes Extra»

Tatsächlich vertreten ESG-Spezialisten die Ansicht, dass das Argument Performance nicht greift. «Ich kann nachweisen,dass sich mit einem nachhaltigen Mandat die gleiche marktbasierte Leistung erzielen lässt wie mit einem Nicht-ESG-Mandat, aber mit geringerem Risiko», so Thomas Trsan von Vontobel. Dennoch scheinen viele zu glauben, ESG wäre als Anlageansatz ein «nettes Extra», also etwas, womit man sich beschäftigen kann, nachdem man die Grundlagen abgedeckt hat. Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) glaubt, nicht über ausreichende Ersparnisse zu verfügen, um sich «den Luxus eines ESG-Ansatzes leisten zu können».

Es gilt Stigmas aufzulösen

Produktanbieter und Intermediäre müssen härter daran arbeiten, diese Einstellung zu ändern, so Carlos Garay von Sabadell. «ESG ist Teil von uns: Es gehört zum Leben dazu, ob man im Supermarkt hört, in welchen Produkten Palmöl enthalten ist, oder ob die eigenen Kinder in der Kindertagesstätte Bäume pflanzen», sagt er. «Die Idee ist gesellschaftsfähig geworden und wird es definitiv bleiben»

Mit anderen Worten: Die Unterstützung für ein Handeln gemäss ESG-Themen ist bereits hoch – und wird in Zukunft wahrscheinlich weiter ansteigen. Ausserdem beginnen die Befragten damit, die Verbindung zwischen diesen Themen und den Unternehmen herzustellen, in die sie möglicherweise investieren werden.

Hier finden Sie Teil 1 der Serie.

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