Die Welt könnte wieder bipolar werden

Insights , Insights , Geopolitik 31.10.2019
Lesezeit: 2 Minute(n)

Das Kräftemessen zwischen den USA und China könnte die Entwicklung hin zu einer multipolaren Weltordnung beeinflussen. Denn eine Pattsituation scheint wahrscheinlich, die die Welt erneut in zwei Systeme unterteilen würde.

Die Welt ist in Unordnung. Zumindest, was die bisher geltenden Ordnungsprinzipien betrifft. Die USA hinterfragen, wie und ob sie ihre globale Führungsrolle beibehalten wollen. Gleichzeitig stärken sie mit „America First“ ihre Wirtschaft. China dagegen zielt darauf ab, die globale Balance politischer und wirtschaftlicher Macht zu seinen Gunsten zu gestalten Die Entwicklung in anderen BRICS-Staaten ist ungewiss. Und Europa? Die Staatengemeinschaft kämpft um den inneren Zusammenhalt und den Rückhalt im internationalen System.

Pattsituation im Kräftemessen

Das Ergebnis der aktuellen Entwicklungen ist unklar und wird in hohem Masse vom Handelsstreit zwischen den USA und China beeinflusst. Wie sich dieser auf die Weltwirtschaft auswirken könnte, analysiert das Whitepaper «Die nächste digitale Supermacht». Darin wird von drei potenziellen Szenarien ausgegangen. Das Basisszenario: Die westliche Welt kann sich nicht auf eine koordinierte Reaktion auf Chinas Bestrebungen einigen. Die Konsequenz: China wird seine letzten Entwicklungslücken schliessen und in wirtschaftlichen, militärischen und technologischen Bereichen direkt mit den USA zu konkurrieren. Was den USA bei dieser Aussicht besonders Sorge bereitet, ist der Sektor Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT). Verschafft sich China mit fortschrittlichen Technologien Vorteile in wichtigen Wachstumssektoren zu verschaffen, könnte es zu einer globalen Machtverschiebung kommen – zum Nachteil der US-Wirtschaft und der nationalen Sicherheit.

Aber auch unabhängig von der technologischen Vormachtstellung wird das Verhältnis zwischen den USA und China von einem langwierigen Hin- und Her gekennzeichnet sein. Es gilt nicht weniger als die globalen Beziehungen neu abzustimmen. Da beide Länder zurzeit nicht in der Lage sind, sich entscheidende Vorteile zu erarbeiten, wird das Ringen um Einfluss und unterschiedliche Weltanschauungen voraussichtlich in einer Pattsituation enden.

Die Welt wird zwiegespalten

Gesamthaft könnte das beschriebene Basisszenario auf eine Spaltung der Welt in zwei Hälften hinauslaufen. Denn führt die Pattsituation zu einer Entkopplung zwischen den USA und China, würden sich zwei unterschiedlichen Lieferketten für zwei getrennte wirtschaftliche und technologische Ökosysteme mit unterschiedlichen Normen und Standards entwickeln. Eskaliert die Situation weiter und geht sie über die wirtschaftliche Dimension hinaus, dürften wir uns an den Kalten Krieg erinnert fühlen. Setzen sich dagegen die kühleren Köpfe durch, könnte die Pattsituation ggfs. vermieden werden. Dies wäre aber nur positiv, wenn dank einer umfassenden Einigung die Zweitteilung des internationalen Systems verhindert würde. Anderenfalls müsste sich jedes Land für seine bevorzugte ideologisch Anbindung entscheiden.

Lesen Sie demnächst auf Inspiration, wie wahrscheinlich das Szenario des Wiederaufstiegs des Westens ist.

Die nächste digitale Supermacht: Szenarien für den Konflikt zwischen den USA und China

Blickt man auf die Weltwirtschaft, so dominiert der Handelsstreit zwischen den USA und China die Schlag-zeilen. Diesen Streit auf einige Handelsfragen zu reduzieren, ist aber zu kurz gegriffen. Eher ist die heutige Konfrontation das Ergebnis einer Reihe von Entwicklungen über mehrere Jahrzehnte, ausgelöst durch grundlegende Uneinigkeit über den Zustand der Welt.

Mit dem Whitepaper „Die nächste digitale Supermacht“ vermittelt Vontobel gemeinsam mit der Eurasia Group ein Verständnis für die Ursachen der vielschichtigen Verflechtungen von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Die Studie analysiert ausserdem die potenziellen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft in den nächsten fünf Jahren.

Hier können Sie das Whitepaper kostenlos downloaden.

  

  

 

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