Market Update – Devisenvolatilität im Überblick

Insights , Coronavirus
30.03.2020 Lesezeit: 2 Minute(n)

Während die Devisenvolatilität wieder zunimmt, dürfte die aggressive Lockerung der Zinspolitik durch die Federal Reserve den USD schwächen. Dies könnte den Währungen NOK, SEK, AUD, NZD und den Währungen der Schwellenländer Auftrieb verleihen.

  • Im Laufe der letzten Wochen hat die Devisenvolatilität deutlich zugenommen.
  • Insbesondere der USD war sehr gefragt, doch die Bedenken hinsichtlich der Illiquidität des USD wurden durch die jüngste aggressive expansive Geldpolitik der Fed ausgeräumt.
  • Wir erwarten, dass der USD an Wert verliert und dass NOK, SEK, AUD und NZD Profiteure sein könnten.
  • Auch bei den Währungen der Schwellenländer sind wir optimistisch.

Das Coronavirus hält auch die Devisenmärkte auf Trab

Die rasche Ausbreitung des Coronavirus und die daraus resultierende weltweite Verunsicherung an den Märkten beherrschen seit geraumer Zeit die Schlagzeilen. Neben den Aktienund Anleihenmärkten hat das Virus auch an den Devisenmärkten Spuren hinterlassen, und zwar tiefgreifend. Nicht nur die Zinsen der Schwellenländer waren davon betroffen, sondern auch die G10-Währungen hatten extreme Schwankungen zu verzeichnen. Als Folge der weltweiten Flucht in sichere Anlagen, stieg der Appetit der Anleger auf Fluchtwährungen, insbesondere auf den USD, sprunghaft an. Letzterer hat sich gegenüber dem Euro und dem Schweizer Franken – und sogar gegenüber dem japanischen Yen als sicherer Hafen – deutlich verteuert. Koordinierte Massnahmen der Zentralbanken haben jedoch dazu beigetragen, den Markt zu stabilisieren und die vorerst extrem hohe Nachfrage nach USD abzuschwächen.

Anfängliche USD-Liquiditätssorgen von der Fed ausgeräumt

Ein wichtiger Akteur war die Federal Reserve. Sie kündigte kürzlich ein aggressives «Open-end»-Programm an, um die Marktnachfrage nach USD-Liquidität zu befriedigen. Dieses expansive Programm (quantiative easing – QE) dürfte zu einer Schwächung des USD führen, nachdem dieser in den letzten Wochen stark angestiegen war, wie aus den Abbildungen 1 und 2 hervorgeht.

Grafik 1 - USD-Liquiditätsengpass.JPG

Grafik 2 - Kürzliche USD-Liquidität.JPG

 

Ein niedrigerer USD eröffnet Möglichkeiten für Währungen der entwickelten Länder

Wir gehen davon aus, dass der USD aufgrund der unzureichenden Unterstützung der Zinsdifferenz langsam schwächer wird, und denken, dass Währungen wie NOK, SEK, AUD und NZD davon profitieren könnten. Der USD/CHF fällt tiefer, während sich EUR/USD höher bewegt. Der EUR/CHF liegt derzeit in einer Bandbreite zwischen 1.05 und 1.10. Wir erwarten auch, dass sich das Britische Pfund etwas erholen wird. Das GBP geriet seit der Brexit-Abstimmung im Jahr 2016 nicht mehr so stark unter Druck wie kürzlich und verlor, gemessen am Höchststand bis zur Talsohle, rund 12% an Wert, bevor es sich wieder leicht erholte.

Grafik 3 - GBP im Vergleich zum USD.JPG

 

In Bezug auf das Coronavirus glauben wir, dass die Eurozone näher an einem Höhepunkt der Anzahl Neuinfektionen ist als die USA. Sollte diese Annahme zutreffen, so würde dies bedeuten, dass wir eine frühere Erholung der Wirtschaft der Eurozone sehen was den USD weiter schwächen dürfte.

Erholungspotenzial für Währungen der Schwellenländer

Wie bereits angedeutet, standen auch die Währungen der Schwellenländer in den letzten Wochen stark unter Druck und erlebten einen der stärksten Rückgänge in der Geschichte. Obwohl eine Unterbewertung in den Währungen der Schwellenländer als weniger starkes Kaufsignal als in den Industrieländern gedeutet wird, so stellt sie für die meisten Währungen immer noch ein überzeugendes Kaufargument dar.

Generell sind wir der Ansicht, dass Lateinamerika weniger gut in der Lage ist, seine Binnenwirtschaft zu stimulieren als Asien und die EMEA-Länder. Allerdings lässt sich beispielsweise beim mexikanische Peso (MXN) eine zur Zeit deutlich stärkere Abwertung beobachten, als durch Fundamentaldaten gerechtfertigt wäre.

Grafik 4 zeigt, wie sich die Währungen während der Liquiditätskrise im Jahr 2008 verhalten haben.

Grafik 4 - USD Liquiditätskrise im Jahr 2008.JPG


Interessante Gold-Dynamik

Wir sind seit langem von Gold überzeugt und aufgrund der anhaltend hohen Unsicherheit im Zusammenhang mit der weiteren Entwicklung des Coronavirus und – noch wichtiger – aufgrund der weltweit rekordtiefen Zinssätze, bleibt diese Anlageklasse auch weiterhin interessant.

Grafik 5 - Gold pro Unze in USD.JPG

 

Der folgenden Seite können Sie eine Vontobel-Prognoseübersicht zu Wechselkursen und Rohstoffpreisen entnehmen.

Tabelle 1 - Prognose-Übersicht Devisenkurse und Rohstoffe.JPG

  

  

  

 

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