Vertical Farming: Salate und Tomaten im Höhenrausch

Insights, Nachhaltige Wertschöpfung
15.10.2019 Lesezeit: 2 Minute(n)

Wo wohnen Sie? In der Gross­stadt oder auf dem Land? Der Trend ist klar: Bis 2050 werden von den voraus­sichtlich 9.8 Milliarden Menschen auf der Erde 70 Prozent in Städten leben. Spätestens dann wird die konven­tionelle Land­wirt­schaft an ihre Grenzen stossen. Und deshalb könnte es mit Vertical Farming in den nächsten Jahren buch­stäblich hoch hinaus gehen.

In 30 Jahren muss es in den Städten von allem mehr geben: Mehr Wohn­raum, mehr Infra­struktur und natürlich: mehr Lebens­mittel. Und diese sollen zudem frisch, nachhaltig produziert und von höchster Qualität sein. Eine mögliche Lösung heisst Vertical Farming – also vertikale Land­wirt­schaft in urbanen Ballungszentren.

Ziel des Vertical Farmings ist es, Lebens­mittel mitten in der City anzu­bauen. Das kann in Hoch­häusern, Lager­hallen oder Kellern sein. Die senkrechte Anbau­methode gehört zum Megatrend-Thema «Smart Farming» und erlebte besonders in Japan einen Boom. Seit der Atom­katastrophe von Fukushima sind Salate beliebt, die von mehr­stöckigen vertikalen Farmen stammen – und ohne Kontakt zum kontaminierten Boden wachsen.

Salat mit Wohnadresse

Die Vorteile der isolierten Anbau­methode sind klar: Die Pflanzen sind keinen Auto­abgasen oder Gift­stoffen ausgesetzt und gedeihen unter optimalen Bedingungen in höchster Qualität. So wächst die neue Gemüse­generation nicht der Sonne, sondern im Innern eines Gebäudes Tausenden von LED-Leuchten entgegen. Die Pflanze wurzelt anstatt in Erde auf recycelbaren Kunststoff­matten und ihr Wachstum wird mittels Sensoren lücken­los überwacht. Nicht verbrauchtes Wasser und Dünger werden gesammelt und wieder­verwendet. Aus diesem Grund spricht man heute auch von «Landwirtschaft in kontrollierter Umgebung», Controlled-environment agriculture (kurz: CEA respektive SMART-CEA).

  

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Zur Einführung

 

  

  


Dan Scott, Chief Investment Officer (CIO):

«Trotz anfänglicher Skepsis: Der Indoor-Salat schmeckt tatsächlich besser als der herkömmliche.»

  

  

Vertikal ist das neue Horizontal

Beim Vertical Farming werden die Pflanzen über­einander angebaut, also in der Vertikalen und nicht in der Horizontalen. Diese Stapel­technik spart Platz und steigert den Ertrag. Die Flug­gesellschaft Emirates baut derzeit die weltweit grösste Vertical Farm – mitten in der Wüste, einen Stein­wurf vom Mega-Flughafen Dubai entfernt. So sollen die Millionen von Passagieren in den Genuss von frischen, herbizid- und pestizidfreien Salaten kommen, die erst wenige Stunden vor Take-off geerntet werden.

Smarte Landwirtschaft, smartes Investment?

Die Lebensmittel­versorgung von morgen setzt auf insgesamt fünf Säulen im Bereich «Smart Farming» und Food Technologie. Dazu gehören neben Vertical Farming beziehungsweise «Land­wirtschaft in kontrollierter Umgebung» auch:

  • die digitale Landwirtschaft (Stichwort «Precision Farming»)
  • Forschung über Getreide, Pflanzen und Tiere (Stichwort «Resistenz»)
  • das Tierwohl und das menschliche Wohlergehen (Stichwort «Alternative Proteine»)
  • Verbesserungen der Liefer- und Versorgungsketten (Stichwort «Food Waste»)

Diese Trends rund um die intelligente Land­wirt­schaft bieten Investoren eine interessante Perspektive. Lesen Sie mehr dazu in unserem Blog-Beitrag zu «Smart Farming und FoodTech».

  

 
Beispielbild zum Megatrend Technologiewandel: Eine Roboterhand versucht, eine Gänsefeder zu fangen, die langsam nach unten schwebt. © GettyImages

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