Trust oder Stiftung? So können Sie Ihren Nachlass massgeschneidert regeln

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07.12.2021 Lesezeit: 3 Minute(n)

Ein Mehrwert bei grösseren Vermögen

Trusts und Stiftungen erweitern Ihre Möglichkeiten in der Nachlassplanung. Sie helfen Ihnen, über die Zukunft Ihres Vermögens zu bestimmen. Das Aufsetzen einer entsprechenden Struktur kann allerdings komplex sein. Erfahren Sie hier, für wen sich diese Lösungen eignen und was in der Schweiz zu beachten ist.


«Lohnt es sich, meinen Nachlass über einen Trust oder eine Stiftung zu regeln?» Diese Frage erreicht uns regelmässig, insbesondere, wenn grösseren Vermögen im Spiel sind. Meist steht in diesem Zusammenhang auch zur Diskussion, alternativ eine Aktiengesellschaft zu gründen. Welcher Weg der vorteilhaftere ist, lässt sich nicht mit einem klaren Ja oder Nein beantworten. Denn Trusts und Stiftungen bieten einige Vorteile, sind aber eher komplex und erfordern einige Abklärungen.

«Ihre Aktien werden einmal Teil des Nachlasses. Trusts und Stiftungen aber nicht.»

  

  

Vermögenswerte verselbstständigen statt vererben

Nehmen wir das Beispiel einer Kapitalgesellschaft: Eine Aktiengesellschaft (AG) gehört ihren Aktionärinnen und Aktionären. Im Gegensatz dazu gehören Trusts und Stiftungen sich selbst. Man spricht deshalb auch von «verselbstständigten» Vermögenswerten. Dies wirkt sich auch im Erbrecht aus: Wenn eine Aktionärin stirbt, sind ihre Aktien Teil des Nachlasses. Bei Trusts und Stiftungen ist dies nicht der Fall.

Es gibt übrigens sowohl gemeinnützige wie auch nicht-gemeinnützige Trusts und Stiftungen. Wir möchten uns hier nur auf Letztere beschränken.

Ansprüche gegenüber Stiftungen und Trusts

Wer von einem Trust oder einer Stiftung begünstigt wird, hat nur diesem «Vehikel» gegenüber einen Anspruch – und nicht gegenüber dem Gründer oder der Erblasserin. Das ist ähnlich wie bei einem Anspruch, den Sie gegenüber einer Versicherung haben. Dieser Anspruch lässt sich nicht automatisch vererben und ist teilweise an Bedingungen geknüpft, zum Beispiel das Erreichen eines gewissen Alters.

Oft lassen sich solche Ansprüche auch nicht einklagen. Trusts und Stiftungen können im gesetzlichen Rahmen frei entscheiden, ob, wann und in welcher Höhe Begünstigungen erfolgen.

  

Stiftung vs. Trust: Das ist der Unterschied


Eine Stiftung hat im kontinentaleuropäischen Recht Tradition. Es handelt sich dabei um eine eigene juristische Person. Stiftungen sind zweckgebunden, als Gründerin oder Gründer können Sie diesen bestimmen – genauso wie die Begünstigten. Der Stiftungsrat ist daran gebunden.


Im Gegensatz dazu ist ein Trust keine juristische Person, sondern eine Rechtsbeziehung zwischen Settlor (Treuhandgeberin oder -geber), Trustee (Treuhänderin oder Treuhänder) und Beneficiary (Begünstigte). Der Trustee ist Rechtsinhaber. Ein Trust ist ein juristisches Konstrukt aus dem angloamerikanischen Raum. In der Schweiz gibt es dazu (noch) kein Recht – jedoch werden ausländische Trusts anerkannt.

  

  • Wofür sind diese Lösungen ideal?

    Familienstiftungen nach Schweizer Recht eignen sich nur für bestimmte Fälle. Sie können zum Beispiel Erziehungs­kosten oder die Ausstattung und Unter­stützung von Familien­angehörigen regeln – aber nicht die Finanzierung des weiteren Lebens­unterhalts.


    Trusts bieten mehr Freiheiten. Zur Gründung müssen Sie aber ins Ausland, zum Beispiel nach Liechtenstein, gehen. Das muss aber kein Nachteil sein: Die Schweiz anerkennt Trusts zivil- und steuer­rechtlich. Bei letzterem Punkt ist wichtig, wer die Trust­struktur letztlich kontrolliert. Dieser Person wird das Trust­vermögen steuerlich angerechnet. Wichtige Fragen bei dieser Prüfung sind, ob der Settlor den Trust jederzeit wider­rufen kann und sich selbst auch begünstigt hat. In diesen Fällen kann es sein, dass Sie als Settlor das Trust­vermögen weiterhin versteuern.


    Bevor Sie Ihr Vermögen in einen Trust überführen, sollten Sie zum einen alle Steuer­aspekte abklären, aber auch weitere Bestimmungen prüfen, zum Beispiel die so genannte «Lex Koller» im Zusammen­hang mit Schweizer Wohn­liegenschaften.

 

  

  

Vorteile von Stiftungen und Trusts

Wer «Trust» oder «Stiftung» hört, denkt oft als Erstes an zwielichtige Steueroptimierungen. Ein weitaus bedeutenderer Vorteil ist aber ihr Einsatz zur massgeschneiderten Nachlassplanung. Denn bei Erbfragen bieten Stiftungen und Trusts die umfassenderen Möglichkeiten, als sie das Schweizer Erbrecht derzeit hergibt: Sie können bis zu einem gewissen Grad frei bestimmen, wer wann wie stark von Ihnen begünstigt wird.

Trusts und Stiftungen lohnen vor allem in folgenden Fällen:

Als Alternative bietet sich allenfalls ein Erbvertrag oder das Testament an.

  

  • Wichtige Gesetzesänderung per 1. Januar 2023

    Ab dem 1. Januar 2023 werden gemäss Schweizer Erbrecht die Pflichtteile von Kindern und Eltern massgeblich reduziert. Das bedeutet, dass Erblasser freier über ihr Vermögen bestimmen können.

    So wäre etwa denkbar, dass die Erben die Hälfte des Nachlasses gestaffelt über einen Trust erhalten. Der Trust würde zum Beispiel eine Rente auszahlen oder den Zugang zum Nachlass an eine Bedingung wie ein abgeschlossenes Studium knüpfen.

    Sie sehen, dem Einsatz und Verwendungszweck eines Trusts oder einer Familienstiftung sind fast keine Grenzen gesetzt.

 

  

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Wer sich im Steuer-Dschungel nicht auskennt, tappt schnell in eine Steuer­falle. Denn im direkten Kontakt mit den Steuer­behörden holen nicht alle Steuer­pflichtigen deren «Wissens­vor­sprung» auf. Unsere erfahrenen Steuer­expertinnen und Steuer­experten verhandeln sämtliche Schweizer Steuer­fragen auf gleicher Augen­höhe mit den Behörden und holen, wo nötig, verbindliche Steuerrulings ein.

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