Hohe Inflation, straffere Geldpolitik und neue Opportunitäten

 

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30.05.2022 von Dan Scott Lesezeit: 2 Minute(n)

Makroökonomisches Update für den Monat Juni 2022

Auch wenn es erste Anzeichen einer kommenden Abkühlung der Inflation gibt – deutlicher in den USA als in der Eurozone –, erwarten wir dennoch, dass die Inflation auch Ende Jahr in beiden Regionen immer noch zwischen 5 bis 6 Prozent liegt. Der Druck auf die Zentralbanken bleibt also hoch. Die straffere Geldpolitik sowie Chinas Lockdown und der Krieg in der Ukraine erhöhen damit die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession.

Doch weil die Märkte seit Anfang Jahr bereits sehr deutlich auf diese Ereignisse reagiert haben, sehen wir auch Gelegenheiten und nehmen Anpassungen im Portfolio vor.


Wie wir uns strategisch positionieren
: Das monatliche CIO-Update analysiert das aktuelle Marktumfeld und deckt die Hintergründe auf. Es präsentieren Michaela Huber, Economist, und Dr. Reto Cueni, Chief Economist.

 

Neu: Staatsanleihen positiv, Rohstoffe neutral

Die beiden wichtigsten westlichen Zentralbanken straffen ihre Geldpolitik drastisch. Die EZB stoppt das «quantitative Easing» und hat zwei kommende Zinsschritte angedeutet, so dass die Zeit der Negativzinsen in der Eurozone bald vorbei sein dürfte. Die Federal Reserve in den USA wird wohl «durchziehen» und die Zinsen bis zum Jahresende auf fast drei Prozent anheben.

Dies dürfte die Weltwirtschaft, die schon unter Chinas Lockdown-Politik und dem Krieg in der Ukraine leidet, zusätzlich belasten. Doch im momentanen Marktumfeld bieten sich auch Chancen, da Anleihen und Aktien seit Anfang Jahr stark an Wert eingebüsst haben. Besonders, wenn es nicht zu einer Rezession kommt und China die Wirtschaft stärker stimuliert als erwartet, könnten die Kurse wieder steigen.

Wir sind der Meinung, dass Staatsanleihen, deren Kurse zurzeit sehr tief notieren, in einem derartigen Umfeld der sicherste Hafen sind. Im Mai hat sich die Lage begonnen zu stabilisieren. Wir stufen Staatsanleihen deshalb auf positiv herauf. Im Gegenzug setzen wir Rohstoffe auf neutral herunter. Ihre Kurse haben sich nach starken Gewinnen jüngst seitwärts entwickelt, bei den Metallen gab es schon erste Korrekturen. Da wir viele Risiken schon eingepreist sehen, ziehen wir es vor, Gewinne mitzunehmen. Bei den Aktien erwarten wir nach den starken Kursrückgängen eine Stabilisierung, da wir aktuell keine Rezession bis Ende Jahr sehen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer Rezession, insbesondere für 2023, steigt. Dementsprechend wittern wir Opportunitäten in defensiveren Märkten, gerade in der Schweiz und in den USA. Zur Absicherung des Portfolios halten wir weiterhin am Übergewicht bei Gold fest.

 

 

 

 

 

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